ActiveCampaign und Mailchimp stehen oft auf derselben Vergleichsliste, lösen aber nicht dasselbe Problem. Mailchimp ist der Klassiker für Newsletter, ActiveCampaign ein Baukasten für Abläufe, die auf das Verhalten deiner Kontakte reagieren. Welcher passt, hängt weniger vom Preis ab als davon, was nach der Anmeldung zum Newsletter passieren soll.
Dieser Vergleich richtet sich an dich, wenn du eine Liste aufbaust oder von einem anderen Dienst wechselst und nicht stundenlang Funktionstabellen lesen willst. Die Preise und Grenzen stammen von den Preisseiten der Anbieter, Stand ist Oktober 2026.
Meine Kurzempfehlung
- Du verschickst vor allem Newsletter an eine kleine Liste: Mailchimp, solange du unter 250 Kontakten bleibst, sonst schau zuerst in meinen Vergleich der E-Mail-Marketing-Dienste.
- Du willst Abläufe mit mehreren Verzweigungen (zum Beispiel: Kunde klickt, kauft nicht, bekommt drei Tage später etwas anderes): ActiveCampaign, oder bei Mailchimp gleich den Standard-Tarif.
- Du brauchst ein Gratis-Angebot für die ersten Abonnenten: Mailchimp. ActiveCampaign hat keinen dauerhaft kostenlosen Tarif, nur einen Test über 14 Tage.
Der Kernunterschied
Mailchimp startet bei der Kampagne: Du schreibst eine Mail, wählst eine Gruppe und schickst sie ab. Automatisierungen gibt es, sie sind aber in den günstigen Tarifen eingeschränkt. ActiveCampaign startet beim Ablauf: Schon im günstigsten Tarif baust du mehrstufige Automatisierungen, und die Kampagne ist eher ein Sonderfall davon.
Für einen Blog mit wöchentlichem Newsletter ist das mehr Werkzeug als nötig. Für einen Online-Shop oder einen Kurs, bei dem jemand nach der Anmeldung eine Folge von Mails bekommen soll, ist es genau das Richtige.
Was kostet das?
Beide Dienste rechnen nach der Zahl der Kontakte ab. Die folgenden Zahlen gelten jeweils für die kleinste Stufe, bei ActiveCampaign sind das 1.000 Kontakte, bei Mailchimp 500. Beide Anbieter zeigen die Preise in US-Dollar, und die Steuer kommt obendrauf.
| ActiveCampaign | Mailchimp | |
|---|---|---|
| Kostenloser Tarif | nein, 14 Tage Testversion | ja: 250 Kontakte, 500 Sendungen im Monat (höchstens 250 am Tag) |
| Einstiegstarif | Starter: ab 15 $ im Monat für 1.000 Kontakte, jährlich abgerechnet | Standard: ab 20 $ im Monat für 500 Kontakte, danach 14 Tage kostenlos testen |
| Mails im Monat | Starter: das 10-Fache der Kontaktgrenze (10.000 bei 1.000 Kontakten) | Standard: das 12-Fache der Kontaktgrenze |
| Nutzerplätze | 1 im Starter | Standard: laut Vergleichstabelle 5, Free: 1 |
Zwei Hinweise zu den Zahlen. Bei ActiveCampaign steht ausdrücklich „jährlich abgerechnet“ dabei; wer monatlich zahlt, sollte auf der Preisseite nachsehen, was dann fällig wird. Bei Mailchimp gilt der Preis „ab“, und die Rechnung wächst mit der Liste. Dazu kommt bei Mailchimp ein Tarif Essentials, dessen Preis du im Rechner auf der Preisseite siehst.
Wichtig fürs Rechnen: Hast du 5.000 Kontakte, hilft dir ein Preis „ab 15 $“ nicht weiter. Gib deine echte Listengröße in den Rechner auf der Preisseite ein, bevor du dich festlegst.
Automatisierung: hier trennen sich die beiden
Bei ActiveCampaign gehören mehrstufige Automatisierungen zu jedem Tarif, auch zum Starter. Die höheren Stufen bringen mehr dazu:
- Plus: unter anderem Landingpages, generative KI für Inhalte und der Versand über mehrere Kanäle.
- Pro: Versand zur besten Zeit für jeden Kontakt, bedingte Inhalte (eine Mail, verschiedene Versionen) und erweiterte Segmentierung.
- Enterprise: Single Sign-on, feste Ansprechpartner und eine Betriebszeit-Zusage, eher für große Teams.
Bei Mailchimp hängt es vom Tarif ab. Im Free-Tarif sind Automatisierungen laut Vergleichstabelle nicht enthalten. Essentials erlaubt Abläufe mit bis zu vier Schritten. Erst Standard und Premium bieten Abläufe mit bis zu 200 Schritten und mehreren Verzweigungen. Wenn du Automatisierung willst, rechne bei Mailchimp also gleich mit Standard.
Für wen passt was?
Mailchimp passt, wenn …
- du gerade erst anfängst und unter 250 Kontakten bleibst,
- du hauptsächlich einzelne Kampagnen verschickst,
- du Wert auf Vorlagen und einen einfachen Editor legst.
Bedenke, dass der Gratis-Tarif hart begrenzt: Wird die Kontakt- oder Sendegrenze überschritten, pausiert der Versand. Das ist bei einem Newsletter, der plötzlich wächst, ein unangenehmer Moment.
ActiveCampaign passt, wenn …
- du Abläufe nach Verhalten steuern willst: Klicks, Käufe, Seitenbesuche,
- du Kontakte nach Interessen sortieren und unterschiedlich ansprechen willst,
- du bereit bist, dich eine Woche lang einzuarbeiten, bevor es sich auszahlt.
Und bedenke: Mehr Möglichkeiten bedeuten mehr Einrichtung. Wer nur monatlich eine Neuigkeit verschickt, bezahlt hier für Funktionen, die er nie öffnet.
Worauf du in Deutschland achten solltest
Beide Anbieter rechnen in US-Dollar ab. Für den Versand an Kontakte aus der EU brauchst du deshalb mit jedem von ihnen einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung, und du solltest in der Datenschutzerklärung nennen, welchen Dienst du einsetzt. Die Einzelheiten (wo die Daten liegen, welche Übertragungsgrundlage gilt) prüfst du in den Datenschutzunterlagen des Anbieters oder lässt sie dir von jemandem erklären, der das beruflich macht.
Unabhängig vom Werkzeug gilt: Werbe-Mails brauchen eine Einwilligung. Wie das genau aussieht, steht in meinem Artikel zum Massenversand von E-Mails. Wer ganz am Anfang steht, findet im Beitrag zum kostenlosen Autoresponder Alternativen, die nichts kosten.
Und wenn beide nicht passen?
Dann bist du in guter Gesellschaft. Es gibt günstigere Dienste mit Servern in Europa und größeren Gratis-Tarifen. Wie sie sich schlagen, habe ich im Vergleich der E-Mail-Marketing-Dienste zusammengestellt. Ein ähnliches Duell, nur eine Preisklasse darunter, findest du bei Constant Contact oder Mailchimp.
Häufige Fragen
Ist ActiveCampaign besser als Mailchimp?
Bei Automatisierung ja, bei Einfachheit und Gratis-Angebot nein. „Besser“ gibt es hier nicht, nur „passender“.
Kann ich meine Liste von Mailchimp zu ActiveCampaign mitnehmen?
Kontakte lassen sich in beiden Diensten als Datei exportieren und importieren. Die Einwilligungen müssen dabei belegbar bleiben, sonst darfst du die Adressen nicht weiter nutzen. Hebe also den Nachweis (Zeitpunkt und Quelle der Anmeldung) mit auf.
Gibt es ActiveCampaign kostenlos?
Nach der Preisseite nicht dauerhaft, sondern als Testversion über 14 Tage.
Lohnt sich Mailchimp Standard schon bei 500 Kontakten?
Wenn du die Automatisierungen mit Verzweigungen wirklich nutzt, ja. Für reine Newsletter ist das Geld woanders besser angelegt.
Fazit
Wer nur Newsletter schreibt und klein anfängt, startet mit Mailchimp. Wer aus seiner Liste ein System machen will, das auf Verhalten reagiert, ist bei ActiveCampaign besser aufgehoben. Und sobald deine Liste wächst, rechne beide mit der echten Zahl deiner Kontakte durch, denn dann verschiebt sich der Preisabstand deutlich. Alle Preise findest du aktuell auf den Seiten von ActiveCampaign und Mailchimp.