Wer nach SEO-Tools sucht, landet schnell bei Tabellen mit zwanzig Programmen, Monatspreisen im dreistelligen Bereich und Versprechen, die Seite „auf Platz 1“ zu bringen. Für einen WordPress-Blog ist das meistens Overkill. Die Wahrheit ist: Mit drei, vier kostenlosen Werkzeugen von Google und einem SEO-Plugin bist du für den Start gut ausgestattet.
Hier siehst du, welche Werkzeuge was können, was sie kosten und wann sich ein bezahltes Tool überhaupt lohnt. Es richtet sich an dich, wenn du einen Blog betreibst, keine Agentur bist und nicht jeden Monat dreistellig ausgeben willst.
Kurz zur Quelle: Funktionen und Preise stammen von den Herstellerseiten und aus der Plugin-Beschreibung bei wordpress.org, Stand ist Oktober 2026. Preise ändern sich oft, prüf sie vor dem Kauf auf der Herstellerseite. Messwerte oder Ranking-Versprechen findest du hier nicht, weil ich keine selbst erhoben habe.
Die kostenlose Grundausstattung
| Werkzeug | Wofür | Kosten |
|---|---|---|
| Google Search Console | Suchanfragen, Klicks, Indexierung | kostenlos |
| Bing Webmaster Tools | Daten aus der Bing-Suche, Import aus der Search Console | kostenlos |
| Google Keyword-Planer | Keyword-Ideen mit Schätzwerten | Google-Ads-Konto nötig |
| Google Trends | Interesse über Zeit vergleichen | kostenlos |
| PageSpeed Insights | Ladezeit, Messwerte echter Nutzer | kostenlos |
| Ahrefs Free | Technik-Check und Backlinks der eigenen Seite | kostenlos für bestätigte eigene Seiten |
| Yoast SEO / Rank Math | SEO im WordPress-Backend | kostenlose Version vorhanden |
Google Search Console
Das wichtigste Werkzeug überhaupt, und es kostet nichts. Der Leistungsbericht zeigt dir Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittliche Position, und zwar nach Suchanfragen und Seiten aufgeschlüsselt. Damit siehst du, wofür du wirklich gefunden wirst. Standardmäßig zeigt der Bericht die letzten drei Monate. Richte sie ein, sobald dein Blog online ist, denn Daten kann man nicht nachträglich holen.
Bing Webmaster Tools
Das Gegenstück von Microsoft für die Bing-Suche. Praktisch ist der Import: Du meldest dich an, wählst „Meine Websites“, importierst deine Seite aus der Search Console, und sie gilt automatisch als bestätigt. Daten erscheinen laut Bing nach bis zu 48 Stunden. Weil der Import nur wenige Minuten dauert, lohnt er sich als Zweitquelle. Den Preis nennt Microsoft auf den Seiten, die ich geprüft habe, nicht.
Google Keyword-Planer und Google Trends
Der Keyword-Planer liefert Ideen und geschätzte monatliche Suchanfragen, braucht aber ein Google-Ads-Konto mit abgeschlossener Einrichtung samt Zahlungsinformationen. Google Trends braucht nichts und zeigt relative Werte von 0 bis 100, keine absoluten Suchzahlen. Wie du beide für die Themenwahl nutzt, steht in Keywords finden für deinen Blog.
PageSpeed Insights
Das Tool von Google prüft eine Seite auf Mobilgeräten und Desktop und zeigt zwei Arten von Daten. Die Felddaten stammen aus dem Chrome-Nutzerbericht und beruhen auf echten Besuchen der letzten 28 Tage, sie erscheinen nur, wenn genug Daten vorliegen. Die Labordaten kommen aus einem simulierten Seitenaufruf mit Lighthouse und können von Messung zu Messung schwanken. Verlass dich auf die Felddaten, wenn es sie gibt, und nutze die Labordaten zum Fehlersuchen.
Ahrefs Free
Früher als Ahrefs Webmaster Tools bekannt, inzwischen unter dem Namen Ahrefs Free. Du bestätigst deine eigene Seite und bekommst laut Hersteller eine Besucherstatistik, eine technische Prüfung auf über 170 Probleme (bis zu 5.000 Crawl-Credits pro Projekt und Monat) und den Site Explorer mit Backlinks und Keywords deiner Seite. Fremde Seiten, etwa Mitbewerber, kannst du damit nicht auswerten, das ist den Bezahlplänen vorbehalten.
SEO-Plugin im WordPress-Backend
Yoast SEO läuft laut wordpress.org auf mehr als 10 Millionen Seiten, Rank Math auf über 4 Millionen. Beide gibt es kostenlos, beide kümmern sich um Titel, Beschreibung, Sitemap und weitere technische Angaben. Nimm eines von beiden, nie beide zusammen. Mehr zu Auswahl und Alternativen findest du in WordPress-Plugins für den Start. Beim Rank-Math-Eintrag fällt auf, dass das Plugin mit mehreren externen Diensten spricht, darunter eigene Schnittstellen und Google. Lies die Beschreibung, bevor du Konten verbindest.
Bezahlte Tools: was sie kosten
Bezahlte Werkzeuge bringen Daten, die du kostenlos nicht bekommst: Suchvolumen, Keyword-Schwierigkeit, Backlinks der Konkurrenz, Positions-Tracking. Ob du das brauchst, hängt davon ab, wie viele Artikel du schreibst und ob dein Blog Geld verdienen soll.
| Tool | Einstieg laut Herstellerseite | Anmerkung |
|---|---|---|
| Yoast SEO Premium | 118,80 pro Jahr, ohne MwSt. | Die Preisseite zeigt standardmäßig US-Dollar; Redirect-Manager und Tool für interne Links gehören dazu |
| Rank Math Pro | 8,99 € pro Monat, jährlich abgerechnet (107,88 € im Jahr) | Im ersten Jahr gab es zum Abruf einen Aktionspreis von 5,59 € pro Monat; danach gilt der volle Preis |
| Ahrefs Starter | 27 € pro Monat | Lite kostet 119 € pro Monat; Preisseite spricht von bis zu 17 % Rabatt bei Jahreszahlung |
| Semrush | ab 112,52 € pro Monat bei jährlicher Zahlung | Kostenloser Zugang mit einem Demo-Projekt und 10 Berichten pro Tag, siebentägige Testphase |
| Ubersuggest | 29 bis 99 US-Dollar | Monatsabos ohne Vertragsbindung; einmaliger Test über 7 Tage |
| Screaming Frog SEO Spider | 199 £ pro Jahr | Kostenlose Version prüft bis zu 500 URLs |
| Mangools | Preise auf der Herstellerseite | Paket aus KWFinder, SERPChecker, SERPWatcher, LinkMiner und SiteProfiler |
Zu den Zahlen noch drei Hinweise. Bei Rank Math und vielen anderen verlängert sich die Lizenz jährlich zum Normalpreis, nicht zum Aktionspreis. Bei Semrush ist der genannte Preis der günstigste Plan in der Preisübersicht, bei jährlicher Zahlung. Und bei Mangools habe ich auf der Herstellerseite keinen Preis zuverlässig abrufen können, deshalb steht hier keiner.
Was ich dir empfehlen würde
- Am Anfang gar nichts bezahlen. Search Console, Bing, Trends, PageSpeed Insights, Ahrefs Free und ein kostenloses SEO-Plugin decken alles Nötige ab.
- Dann ein Keyword-Tool für einen Monat. Wenn du ein Dutzend Artikel geplant hast und wissen willst, welche sich lohnen, reicht ein Monatsabo, das du danach kündigst. Prüf, ob es eine Testphase oder eine kostenlose Version gibt.
- Screaming Frog nur bei größeren Seiten. Bis 500 URLs ist die kostenlose Version ausreichend. Die meisten Blogs sind kleiner.
- Das Premium-Plugin erst, wenn dir eine Funktion fehlt. Etwa der Weiterleitungs-Manager, den beide Hersteller in der Bezahlversion nennen.
Worauf du bei Tools achten solltest
- Zahlen sind Schätzungen. Suchvolumen und Keyword-Schwierigkeit berechnet jedes Tool anders. Vergleiche nie Zahlen aus verschiedenen Tools miteinander.
- Ein Tool schreibt keine guten Artikel. Grüne Haken in einem Plugin sind kein Qualitätsurteil von Google.
- Kündigungsfristen und Verlängerung. Notier dir das Datum, an dem das Abo ausläuft.
- Keine Wunder erwarten. Kein Tool bringt dir Besucher. Es zeigt dir nur, wo du hinschauen musst.
Häufige Fragen
Welches SEO-Tool ist das beste für Anfänger?
Die Search Console. Sie kostet nichts, zeigt echte Daten deiner Seite und ist die Grundlage für alles andere.
Yoast oder Rank Math?
Beides funktioniert. Wichtig ist, dass du nur eines nutzt und nicht ständig wechselst. Rank Math schreibt in seiner Beschreibung, dass es Einstellungen anderer SEO-Plugins wie Yoast importieren kann, ein Wechsel ist also möglich, aber Arbeit.
Lohnt sich Ahrefs oder Semrush für einen kleinen Blog?
Meist nicht dauerhaft. Beide sind für Profis gebaut. Für gelegentliche Recherche reicht ein einzelner Monat oder die kostenlose Variante.