Jemand trägt sich in deinen Newsletter ein, und dann passiert erst einmal nichts. Bis du die nächste Ausgabe verschickst, vergehen vielleicht drei Wochen. In dieser Zeit ist die Person längst woanders. Ein Autoresponder löst das Problem: Er schickt automatisch eine Mail los, sobald etwas Bestimmtes passiert, meistens direkt nach der Anmeldung.
Gute Nachricht: Dafür musst du nicht zahlen. Einige Dienste und sogar WordPress-Plugins bringen Autoresponder im kostenlosen Tarif mit. Hier erfährst du, was ein sinnvoller Ablauf ist, welche Gratis-Lösungen das wirklich können und bei welchen Anbietern die Automatik Geld kostet.
Kurz zur Quelle: Grenzen und Preise stammen von den Herstellerseiten und Hilfeseiten, Stand Oktober 2026. Die Zahlen zu Plugins kommen von wordpress.org.
Was ein Autoresponder macht
Ein Autoresponder ist eine Mail, die automatisch ausgelöst wird. Der klassische Fall ist die Willkommens-Mail nach der Anmeldung. Daraus lässt sich eine kleine Serie bauen: Tag 0 Begrüßung, Tag 2 der wichtigste Tipp, Tag 5 ein Hinweis auf deinen besten Artikel. Das Prinzip steckt in jedem Newsletter-Programm, nur heißt es mal Automation, mal Workflow oder Funnel.
Ein Autoresponder ersetzt keine Einwilligung. Du darfst die Mails nur an Menschen schicken, die ausdrücklich zugestimmt haben (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Üblich ist das Double-Opt-in: Die Person trägt sich ein und bestätigt per Link in einer Mail. Das Gesetz schreibt dieses Verfahren nicht wörtlich vor, aber nach Art. 7 Abs. 1 DSGVO musst du eine Einwilligung nachweisen können, und genau dafür taugt die Bestätigungs-Mail. Das ist keine Rechtsberatung.
Eine Serie, die funktioniert: drei Mails reichen
Viele bauen am Anfang zu groß. Für den Start reichen drei Mails:
- Sofort: Danke für die Anmeldung. Sag in zwei Sätzen, was die Leser erwartet und wie oft du schreibst. Wenn du ein Geschenk versprochen hast, etwa eine Checkliste, hängt der Link hier.
- Nach zwei bis drei Tagen: Ein einzelner nützlicher Tipp, der ohne Verkaufsabsicht auskommt. Hier merken die Leser, ob es sich lohnt, dich zu lesen.
- Nach einer Woche: Deine beste Seite oder dein Angebot, mit einem einzigen Link. Frag zusätzlich nach einer Antwort. Wer antwortet, landet seltener im Spam.
Schreib die Mails so, als würdest du einer Person antworten. Das klingt nicht nur besser, es liest sich auch weniger nach Massenmail.
Diese Gratis-Lösungen bringen Autoresponder mit
| Lösung | Kostenlos enthalten | Grenze |
|---|---|---|
| MailerLite | 3 aktive Automationen, Formulare, Landingpage | 250 Abonnenten, 2.500 Mails pro Monat |
| Brevo | Automationen | 300 Mails pro Tag, 2.000 Kontakte dürfen einsteigen |
| MailPoet (Plugin) | automatische Willkommens-Mails | bis 1.000 Abonnenten |
| FluentCRM (Plugin) | Automationen und Mail-Abfolgen | Versand über deinen Server oder einen Versanddienst |
MailerLite
Der kostenlose Tarif enthält laut Hersteller Kampagnen, Automationen, Anmeldeformulare und eine Landingpage. Bis zu drei Automationen dürfen gleichzeitig aktiv sein, das reicht für eine Willkommensserie und noch zwei weitere Abläufe. Die Grenze liegt bei 250 Abonnenten und 2.500 Mails im Monat. Wer die 250 überschreitet, dessen Versand wird gesperrt, bis er zu einem bezahlten Tarif wechselt. Dieser beginnt bei 12 US-Dollar im Monat.
Brevo
Der Gratis-Tarif von Brevo ist zeitlich unbegrenzt. Automationen laufen dort ebenfalls, allerdings nur für bis zu 2.000 Kontakte, die einsteigen dürfen. Danach nimmt der Ablauf niemanden mehr auf, die bereits Gestarteten laufen aber weiter. Dazu kommt die Grenze von 300 Mails pro Tag und der Hinweis „Sent with Brevo“ in jeder Mail. Mehrstufige Abläufe ohne Einschränkung stecken erst im Tarif Standard, der 15 Euro im Monat kostet (13,50 Euro bei jährlicher Zahlung).
MailPoet
Das Plugin läuft im WordPress-Backend, nutzt wordpress.org zufolge mehr als 500.000 Seiten und hat 4,4 von 5 Sternen bei 1.435 Bewertungen. In der kostenlosen Version, bis 1.000 Abonnenten, kannst du automatische Willkommens-Mails und Benachrichtigungen über neue Beiträge einrichten. Bedingte Verzweigungen („wenn der Leser geklickt hat, dann …“) und eigene Auslöser sind laut Beschreibung dem bezahlten Tarif vorbehalten.
FluentCRM
FluentCRM gibt es ebenfalls als Plugin. Die kostenlose Version unterstützt nach der Beschreibung auf wordpress.org E-Mail-Abfolgen und einen visuellen Automationseditor und läuft auf rund 80.000 Seiten, Bewertung 4,8 von 5 bei 250 Stimmen. Der Haken: Du kümmerst dich selbst um den Versandweg. Schickst du direkt über den Server deines Hosters, sind SPF- und DKIM-Einträge Pflicht, sonst landen die Mails schnell im Spam.
Wo der Autoresponder nicht gratis ist
- Mailjet: Der Gratis-Tarif erlaubt 6.000 Mails im Monat, aber höchstens 200 pro Tag und 1.000 Kontakte. Automationen sind laut Preisseite erst im Tarif Premium enthalten, der 29 US-Dollar im Monat kostet.
- Mailchimp: Im kostenlosen Tarif sind Automatisierungen stark eingeschränkt, und Mailchimp hat die Grenzen in den letzten Jahren mehrfach geändert. Wenn du eine Willkommensserie planst, prüf vorher in der Tarifübersicht, welcher Tarif sie enthält.
- rapidmail: Der erste Versand an bis zu 2.000 Kontakte ist gratis, einen dauerhaft kostenlosen Tarif gibt es nicht. Im kleinsten Tarif Essential für 15 Euro im Monat zzgl. Umsatzsteuer ist eine Automation enthalten.
- SendGrid: Hier wurde der kostenlose Tarif 2025 eingestellt. Neue Konten bekommen eine einmalige 60-Tage-Testphase.
So richtest du es ein, ohne Fehler zu machen
Die Klickwege unterscheiden sich je nach Dienst, die Reihenfolge ist aber immer dieselbe:
- Lege ein Anmeldeformular an und schalte das Double-Opt-in ein.
- Baue die Automation mit dem Auslöser „Anmeldung bestätigt“ und deine drei Mails mit Wartezeit dazwischen.
- Schick dir selbst eine Test-Mail und prüf, ob der Abmeldelink funktioniert und dein Name als Absender steht.
- Melde dich mit einer zweiten Adresse an, am besten bei einem anderen Anbieter als deiner eigenen Domain, und schau, wie schnell die Willkommens-Mail kommt und wo sie landet.
Meine Empfehlung
Wenn du eine einfache Willkommensserie willst und deine Liste klein ist, nimm MailerLite. Wer ohnehin alles in WordPress halten möchte, kommt mit MailPoet weit. Und wenn du später wächst, rechne vorher nach: Sobald die Gratis-Grenze reißt, kostet jeder Dienst Geld, und ein Umzug der Liste samt neu gebauter Automation ist lästig. Eine Übersicht der Anbieter findest du im Artikel E-Mail-Marketing-Dienste im Vergleich.
Häufige Fragen
Ist ein Autoresponder dasselbe wie ein Newsletter?
Nein. Ein Newsletter geht an alle zu einem Zeitpunkt, den du bestimmst. Ein Autoresponder wird für jede Person einzeln ausgelöst, zum Beispiel am Tag der Anmeldung, und läuft von allein weiter.
Wie viele Mails sollte eine Willkommensserie haben?
Für den Anfang drei. Wenn die ersten Antworten kommen und du merkst, was die Leser interessiert, kannst du die Serie später verlängern.
Brauche ich für den Autoresponder eine Einwilligung?
Ja, denn auch automatische Werbemails fallen unter § 7 UWG. Die Zustimmung muss vor der ersten Mail vorliegen und sich nachweisen lassen. Das Double-Opt-in ist der übliche Weg. Bei Zweifeln frag jemanden, der sich beruflich mit Datenschutz beschäftigt.
Was passiert, wenn ich die Gratis-Grenze überschreite?
Das hängt vom Anbieter ab. Bei MailerLite wird der Versand gesperrt, bis du einen bezahlten Tarif wählst. Bei Brevo nimmt die Automation keine neuen Kontakte mehr auf, sobald 2.000 eingestiegen sind.