E-Mail-Marketing-Dienste im Vergleich: 7 Möglichkeiten für kleine Websites

0
(0)

E-Mail-Marketing-Dienste im Vergleich: 7 Möglichkeiten für kleine Websites

Inhalt

Eine Newsletter-Liste gehört dir. Kein Algorithmus entscheidet, ob deine Leser deine Mail sehen, und die Adressen bleiben, auch wenn Social-Media-Kanäle ihre Regeln ändern. Dafür brauchst du aber ein Programm, das Anmeldungen verwaltet, Mails verschickt und die Abmeldung regelt. Genau das leisten E-Mail-Marketing-Dienste.

Die Auswahl ist groß, und jede Preisseite wirkt auf den ersten Blick ähnlich. Hier findest du sieben Möglichkeiten, die für kleine Websites und Blogs in Deutschland sinnvoll sind, mit den Grenzen der Gratis-Tarife und den Einstiegspreisen. Wenn du nur wissen willst, was du nehmen sollst, spring zum Fazit.

Kurz zur Quelle: Alle Zahlen stammen von den Preis- und Hilfeseiten der Hersteller, die Daten zu den WordPress-Plugins von wordpress.org. Stand ist Oktober 2026. Preise ändern sich gern, prüf sie vor dem Kauf noch einmal.

Worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt

Funktionslisten sehen bei allen Anbietern lang aus. Entscheidend sind vier Dinge:

  • Wie viele Kontakte und Mails sind im Gratis-Tarif drin? Die Grenzen unterscheiden sich stark, und manche gelten pro Tag, andere pro Monat.
  • Wie wächst der Preis? Die meisten Dienste rechnen nach der Zahl deiner Kontakte ab. Eine Liste mit 5.000 Adressen kostet bei jedem Anbieter spürbar mehr als eine mit 500.
  • Wo liegen die Daten? Für Newsletter in Deutschland brauchst du einen Auftragsverarbeitungsvertrag. Anbieter mit Servern in Deutschland oder der EU machen dir das Leben leichter, vor allem bei Kunden, die nachfragen.
  • Brauchst du Automatisierung? Eine einzelne Willkommens-Mail können fast alle. Mehrstufige Abläufe stecken oft erst in teureren Tarifen.

Eine Sache gilt unabhängig vom Anbieter: Du darfst Werbe-Mails nur mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung verschicken (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG), und jede Mail braucht einen funktionierenden Abmeldelink. Das ist keine Rechtsberatung, aber die Grundlage, auf der alles andere aufbaut.

Die sieben im Überblick

Dienst Gratis-Tarif Bezahlt ab Besonderheit
Brevo ja, 300 Mails pro Tag 7 € pro Monat (Starter) Automationen auch kostenlos, mit Grenze
MailerLite ja, 250 Kontakte, 2.500 Mails pro Monat 12 US-Dollar pro Monat (Comfort) Automationen im Gratis-Tarif
Mailchimp ja, 250 Kontakte, 500 Mails pro Monat laut Preisseite etwa 12 € pro Monat (Essentials) bekannt, aber kleiner Gratis-Tarif
rapidmail nein, erster Versand gratis 15 € pro Monat zzgl. USt. Server in Deutschland
CleverReach ja, 250 Empfänger, 1.000 Mails pro Monat Preise auf der Herstellerseite Anbieter aus Deutschland
GetResponse nein, 14 Tage Test 16 € pro Monat (Starter, 1.000 Kontakte) Webinare und Landingpages dabei
MailPoet (Plugin) ja, bis 1.000 Abonnenten Preise auf der Herstellerseite läuft direkt in WordPress

Brevo: der Allrounder mit Gratis-Tarif

Brevo hieß bis 2023 Sendinblue und hat zuvor Newsletter2Go übernommen. Den Gratis-Tarif gibt es ohne Zeitlimit. Er erlaubt 300 Mails pro Tag und speichert laut Hilfeseite bis zu 100.000 Kontakte. Das klingt großzügig, hat aber einen Haken: Gehen deine Mails an mehr als 300 Empfänger, erreicht eine Kampagne an einem Tag nur 300 davon, den Rest musst du am nächsten Tag von Hand nachschicken. Außerdem steht in jeder Gratis-Mail ein Brevo-Hinweis.

Wer mehr braucht, zahlt ab 7 Euro im Monat (6,33 Euro bei jährlicher Zahlung) für 5.000 Mails im Monat. Mehrstufige Automatisierung gibt es erst ab dem Tarif Standard für 15 Euro, bei Jahreszahlung 13,50 Euro. Einfache Automationen laufen auch im Gratis-Tarif, dort können allerdings nur 2.000 Kontakte einsteigen.

Meine Einschätzung: Ein guter Einstieg, wenn du viele Kontakte speichern, aber selten an alle gleichzeitig schreiben willst.

MailerLite: viel Funktion im Gratis-Tarif

MailerLite begrenzt nicht die Zahl der Mails pro Tag, sondern die Kontakte: Im kostenlosen Tarif sind es 250 Abonnenten und 2.500 Mails im Monat. Dafür bekommst du Formulare, eine Landingpage und bis zu drei aktive Automationen. Das reicht für eine Willkommensserie.

Der Tarif Comfort beginnt laut Hersteller bei 12 US-Dollar im Monat, Power bei 25 US-Dollar. Überschreitest du im Gratis-Tarif die 250 Abonnenten, sperrt MailerLite den Versand, bis du auf einen bezahlten Tarif wechselst. Plan also früh, wann du die Grenze erreichst.

Mailchimp: bekannt, aber teurer geworden

Mailchimp ist der Name, den die meisten zuerst kennen. Der Gratis-Tarif erlaubt höchstens 250 Kontakte und 500 Sendungen im Monat, höchstens 250 pro Tag. Kostenpflichtig sind die Tarife Essentials, Standard und Premium. Die Preisseite zeigt als Einstieg etwa 12 Euro für Essentials und etwa 18 Euro für Standard pro Monat. Das sind aus Dollar umgerechnete Schätzwerte ohne Steuern, und der Preis steigt mit deinen Kontakten. Premium liegt bei rund 316 Euro im Monat.

Mehr dazu, auch im Vergleich mit einem anderen US-Anbieter, steht im Artikel Constant Contact oder Mailchimp.

rapidmail und CleverReach: die deutschen Anbieter

rapidmail wirbt mit Servern in Deutschland und einem individuellen Datenschutzvertrag. Ein dauerhaft kostenloser Tarif fehlt, aber der erste Versand an bis zu 2.000 Kontakte ist gratis, und Newsletter an bis zu 10 Kontakte sind immer kostenfrei. Danach kostet der kleinste Monatstarif Essential 15 Euro für bis zu 500 Kontakte, Performance 25 Euro, Unlimited 35 Euro, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer. Wer nur gelegentlich schreibt, kann auch pro Versand zahlen: 20 Euro für einen Versand an 500 Empfänger.

CleverReach sitzt ebenfalls in Deutschland. Der kostenlose Lite-Tarif erlaubt 1.000 Mails im Monat an bis zu 250 Empfänger, unbefristet. Die Preise der bezahlten Tarife findest du auf der Herstellerseite, sie hängen von Empfängerzahl oder Versandvolumen ab.

Für wen? Für alle, die Kunden oder Vereine betreuen und bei der Frage „Wo liegen die Daten?“ eine einfache Antwort wollen.

GetResponse: wenn mehr als Newsletter dazugehört

GetResponse bietet Newsletter, Landingpages, Anmeldeformulare und auch Webinare in einem Paket. Einen dauerhaft kostenlosen Tarif gibt es nicht, sondern 14 Tage Test ohne Kreditkarte. Der Starter kostet bei 1.000 Kontakten 16 Euro im Monat (13,12 Euro bei Jahreszahlung), der Tarif Marketer 54 Euro. Praktisch: Die Mails sind auch im Starter unbegrenzt, nur die Kontaktzahl bestimmt den Preis. Allerdings steckt im Starter nur ein Automationsablauf, mehr gibt es erst ab Marketer.

MailPoet: Newsletter direkt in WordPress

MailPoet ist ein Plugin, das du im Backend verwaltest. Laut wordpress.org läuft es auf mehr als 500.000 Seiten und wurde zuletzt am 27. Oktober 2026 aktualisiert, getestet bis WordPress 7.1.4. Bewertung: 4,4 von 5 bei 1.435 Stimmen. Die kostenlose Version unterstützt bis zu 1.000 Abonnenten und enthält Willkommens-Mails sowie automatische Mails bei neuen Beiträgen. Versand über einen eigenen Dienst ist möglich, etwa Amazon SES; den MailPoet-eigenen Versanddienst gibt es ebenfalls.

Ein Vorteil: Anmeldeformulare und Inhalte bleiben im selben Backend wie deine Seite. Ein Nachteil: Du bist selbst für den Versandweg verantwortlich. Schickst du über deinen normalen Webhoster, kann es bei vielen Empfängern eng werden. Wie das sauber geht, erkläre ich im Artikel Massen-E-Mails versenden.

Alternativen als Plugin: Das Plugin „Newsletter“ hat mehr als 200.000 aktive Installationen und 4,6 von 5 Sternen und bringt Double-Opt-in mit. FluentCRM hat 80.000 Installationen und 4,8 von 5 Sternen und enthält Automationen.

Was ich weggelassen habe

  • ActiveCampaign: Es gibt keinen dauerhaft kostenlosen Tarif, nur 14 Tage Test. Die Preise lädt die Seite erst per Skript, deshalb nenne ich keine Zahl. Für große Automationen eine Option, für den Start meist zu viel.
  • SendGrid: Der Gratis-Tarif wurde 2025 eingestellt, neue Konten bekommen nur eine einmalige 60-Tage-Testphase.
  • Kit (früher ConvertKit): Die Preisseite war für mich nicht abrufbar. Ich schreibe deshalb keine Preise hin.

Fazit

Wenn du bei null anfängst und eher gelegentlich schreibst, starte mit dem Gratis-Tarif von Brevo oder MailerLite. Willst du in Deutschland gehostete Daten und keinen Ärger bei Rückfragen, nimm rapidmail oder CleverReach. Wer die ganze Sache in WordPress halten will, probiert MailPoet.

Wechseln geht immer, aber es kostet Zeit. Gib deshalb jeder Gratis-Version ein bis zwei Wochen und schick eine echte Test-Mail an dein eigenes Gmail-Postfach, bevor du dich festlegst.

Bewerte diesen Beitrag:

0 / 5. Bewertungen: 0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Das könnte dich auch interessieren...