Constant Contact und Mailchimp gehören zu den bekanntesten Namen im E-Mail-Marketing. Beide bieten Vorlagen, Anmeldeformulare, Automatisierung und Berichte. Auf den ersten Blick unterscheiden sie sich kaum, bei Preismodell, Gratis-Möglichkeit und Betreuung dann aber doch.
Dieser Vergleich hilft dir bei der Entscheidung, wenn du mit einer der beiden Lösungen liebäugelst. Ich sage dir auch, wann du dir die Frage gar nicht stellen musst, weil für deutsche Websites oft eine andere Lösung besser passt.
Kurz zur Quelle: Alle Angaben stammen von den Preisseiten der Hersteller, abgerufen im Oktober 2026. Ich habe beide Dienste nicht selbst im Alltag getestet, bewerte also nur das, was die Hersteller zu ihren Tarifen angeben.
Auf einen Blick
| Constant Contact | Mailchimp | |
|---|---|---|
| Dauerhaft kostenloser Tarif | nein, kostenloser Test ohne Kreditkarte | ja, Free: 250 Kontakte, 500 Sendungen pro Monat |
| Einstiegspreis | ab 12 US-Dollar pro Monat (Lite) | ab etwa 12 € pro Monat (Essentials), umgerechnet |
| Mittlerer Tarif | Standard ab 35 US-Dollar | Standard ab etwa 18 € |
| Oberster Tarif | Premium ab 80 US-Dollar | Premium ab etwa 316 € |
| Versandlimit | Vielfaches der Kontakte (10-, 12- oder 24-fach) | Free: 500 pro Monat, höchstens 250 pro Tag |
| Support | Telefon und Chat in allen Tarifen | im Free-Tarif nur 30 Tage E-Mail-Support |
| Testphase bezahlter Tarife | kostenloser Test | 14 Tage |
Die Preise für Mailchimp rechnet die Preisseite aus US-Dollar um und nennt sie ohne Steuern. Sie hängen davon ab, wie viele Kontakte du hast, und sind deshalb Einstiegspreise.
Preise und Kosten im Detail
Constant Contact
Es gibt drei Tarife: Lite ab 12 US-Dollar pro Monat, Standard ab 35 US-Dollar und Premium ab 80 US-Dollar. Bei Zahlung für zwölf Monate im Voraus sinken die Preise um bis zu 15 %, also auf 10,20, 29,75 und 68 US-Dollar. Wichtig ist das Versandlimit, das an deine Kontaktzahl gekoppelt ist: Du darfst pro Monat das Zehnfache deiner Kontakte an Mails verschicken (Lite), das Zwölffache (Standard) oder das Vierundzwanzigfache (Premium). Bei 1.000 Kontakten sind das im Lite-Tarif also 10.000 Mails im Monat. Für einen wöchentlichen Newsletter reicht das mit Abstand.
Gemeinsam ist allen Tarifen unter anderem Live-Support per Telefon und Chat sowie ein Drag-and-Drop-Editor mit KI-Textgenerator. Eine Rückerstattung gibt es laut Hersteller innerhalb von 30 Tagen. SMS-Marketing ist derzeit nur für zahlende Kunden in den USA verfügbar, für dich in Deutschland spielt das also keine Rolle.
Mailchimp
Mailchimp staffelt in vier Stufen: Free, Essentials, Standard und Premium. Der Free-Tarif umfasst einen Platz, eine Zielgruppe mit höchstens 250 Kontakten und bis zu 500 Sendungen im Monat, höchstens 250 pro Tag. Wird eines der Limits überschritten, pausiert der Versand. Standard und Essentials kannst du 14 Tage kostenlos testen, und ab 10.000 Kontakten gibt es im ersten Jahr 15 % Rabatt. Beachte den Einführungsrabatt: Er gilt für zwölf Monate, danach zahlst du den normalen Preis.
Funktionen: Wo die Tarife sich unterscheiden
Was beide können
Die Grundausstattung ist ähnlich: Constant Contact liefert in jedem Tarif einen Drag-and-Drop-Editor, Vorlagen, Anmeldeformulare, einen KI-Textgenerator und Werkzeuge für Social Media. Mailchimp bietet ebenfalls Editor, Vorlagen und Formulare. Für einen einfachen Newsletter brauchst du von dem, was darüber hinausgeht, wahrscheinlich nichts.
Automatisierung
Bei Mailchimp hängt der Umfang vom Tarif ab: Essentials erlaubt Abläufe mit bis zu vier Schritten, Standard und Premium bis zu 200 Schritte mit mehreren Verzweigungen. Im Free-Tarif sind Automatisierungsabläufe laut Vergleichstabelle nicht enthalten.
Constant Contact setzt auf Vorlagen: Lite bringt eine Automationsvorlage mit, Standard drei, Premium unbegrenzt viele eigene Automationen und Segmente. Wer viele Abläufe baut, landet bei beiden Anbietern im oberen Bereich.
Berichte und Tests
Bei Constant Contact kommen Betreffzeilen-Tests (A/B), das Planen von Mails und der automatische Erneutversand an Nichtöffner erst ab Standard. Im Lite-Tarif gibt es nur einfache Berichte.
Support
Das ist ein echter Unterschied. Constant Contact wirbt mit Live-Telefon und Chat in allen Tarifen. Mailchimp beschränkt im Free-Tarif den E-Mail-Support auf die ersten 30 Tage, Chat gibt es in den bezahlten Tarifen, und Telefonsupport, in englischer Sprache, bietet nur Premium.
Ein Rechenbeispiel
Nehmen wir an, du hast 2.000 Kontakte und schreibst zweimal im Monat. Das sind 4.000 Mails. Bei Constant Contact liegst du mit dem Lite-Tarif weit unter dem erlaubten Versand von 20.000 Mails. Entscheidend wird dann nur noch, ob du die Funktionen von Standard brauchst, also Planung, A/B-Test und mehrere Automationen. Die genauen Preise für 2.000 Kontakte nennt die Seite erst nach Eingabe der Kontaktzahl, deshalb rechne vor einer Entscheidung mit dem Preisrechner des Anbieters nach.
Bei Mailchimp wärst du mit 2.000 Kontakten längst aus dem Gratis-Tarif heraus. Hier zählt, ob dir die vier Schritte pro Ablauf in Essentials reichen oder ob du Standard brauchst. Bedenke auch, dass beide Anbieter die Preise nach Kontakten staffeln. Räum deine Liste regelmäßig auf, denn jede tote Adresse macht den Tarif teurer.
Was gegen beide spricht
- Preise in Dollar. Bei Constant Contact bezahlst du in US-Dollar, bei Mailchimp zeigt die Seite umgerechnete Schätzwerte. Der tatsächliche Betrag hängt vom Wechselkurs ab.
- Ausrichtung auf die USA. Preisseite, Telefonnummern und das SMS-Angebot von Constant Contact sind auf den US-Markt zugeschnitten. SMS gibt es dort nur für Kunden in den USA.
- Datenschutz. Für Newsletter in Deutschland brauchst du einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Frag vor dem Start beim Anbieter nach, wo die Daten liegen und wie die Übermittlung in die USA abgesichert ist. Das ist keine Rechtsberatung.
Meine Empfehlung
Eine allgemeine Regel zum Schluss: Entscheide nicht nach dem Einstiegspreis, sondern nach dem Preis, den du bei der Größe deiner Liste in einem Jahr zahlst. Beide Anbieter locken mit einem kleinen ersten Betrag.
Willst du erst einmal ausprobieren und eine kleine Liste verwalten, ist Mailchimp wegen des Gratis-Tarifs die naheliegende Wahl. Brauchst du persönliche Hilfe am Telefon und kommst mit englischsprachigem Umfeld klar, ist Constant Contact eine Überlegung wert.
Für eine deutsche Website würde ich aber zuerst Alternativen ansehen: Brevo, MailerLite, rapidmail oder CleverReach. Eine Übersicht mit Gratis-Grenzen und Preisen steht im Artikel E-Mail-Marketing-Dienste im Vergleich.
Häufige Fragen
Ist Constant Contact kostenlos?
Nein. Es gibt einen kostenlosen Test ohne Kreditkarte, danach beginnen die Tarife bei 12 US-Dollar im Monat.
Wie viele Kontakte darf ich bei Mailchimp Free haben?
Bis zu 250 Kontakte und 500 Sendungen im Monat, nicht mehr als 250 pro Tag.
Kann ich später zu einem Gratis-Tarif zurückwechseln?
Bei Mailchimp schon: Die Preisseite nennt ausdrücklich die Möglichkeit, jederzeit auf den kostenlosen Free-Tarif herabzustufen.