Frisch installiert kann WordPress erstaunlich wenig. Keine Datensicherung, kein Spamschutz, kein Kontaktformular. Im Verzeichnis auf wordpress.org warten dafür über 73.000 Plugins, und gefühlt verspricht jedes zweite, deine Seite schneller, sicherer und erfolgreicher zu machen.
Brauchst du davon 30? Nein. Für eine normale Website oder einen Blog reichen zwölf Plugins, und manche davon nicht einmal immer. Hier bekommst du die Grundausstattung, sortiert nach Aufgaben, mit je einer Empfehlung und einer Alternative.
Kurz zur Quelle: Die Zahlen zu Installationen, Bewertungen und Updates stammen direkt aus dem Plugin-Verzeichnis von wordpress.org, die Preise von den Seiten der Hersteller. Stand ist Oktober 2026, WordPress 7.1.
Bevor du irgendwas installierst
Ein Plugin ist fremder Code, der auf deinem Server läuft. Das ist kein Grund zur Panik, aber einer, kurz hinzusehen. Vier Fragen klären fast alles, und die Antworten stehen rechts auf jeder Plugin-Seite bei wordpress.org:
- Wann kam das letzte Update? Liegt es mehr als ein halbes Jahr zurück, such dir lieber etwas anderes.
- Ist es mit deiner WordPress-Version getestet? Das steht unter „Getestet bis“.
- Wie viele Seiten nutzen es? Hohe Installationszahlen sind keine Garantie, aber verlassene Plugins erkennst du so schnell.
- Brauche ich das wirklich? Jedes Plugin, das du nicht installierst, musst du auch nicht aktualisieren.
Und noch eine Regel, die viel Ärger spart: Für jede Aufgabe nur ein Plugin. Zwei SEO-Plugins, zwei Cache-Plugins oder zwei Sicherheits-Plugins gleichzeitig kommen sich fast immer in die Quere.
Die Grundausstattung auf einen Blick
| Aufgabe | Empfehlung | Kostenlos? | Aktive Installationen | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Datensicherung | UpdraftPlus | ja, Premium optional | über 4 Mio. | 4,8 von 5 |
| Sicherheit | Wordfence | ja, Premium optional | über 5 Mio. | 4,7 von 5 |
| Kommentarspam | Antispam Bee | ja, komplett | über 700.000 | 4,8 von 5 |
| Cookie-Einwilligung | Real Cookie Banner | ja, Pro optional | über 100.000 | 4,9 von 5 |
| Suchmaschinen | Yoast SEO | ja, Premium optional | über 10 Mio. | 4,8 von 5 |
| Weiterleitungen | Redirection | ja, komplett | über 2 Mio. | 4,4 von 5 |
| Kontaktformular | WPForms Lite | ja, Pro optional | über 5 Mio. | 4,8 von 5 |
| E-Mail-Versand | WP Mail SMTP | ja, Pro optional | über 4 Mio. | 4,8 von 5 |
| Cache | WP Super Cache oder LiteSpeed Cache | ja, komplett | über 1 Mio. bzw. 7 Mio. | 4,3 bzw. 4,8 von 5 |
| Bilder | Converter for Media | ja, Pro optional | über 500.000 | 4,9 von 5 |
| Seiten kopieren | Yoast Duplicate Post | ja, komplett | über 3 Mio. | 4,7 von 5 |
| Besucherstatistik | Koko Analytics | ja, Pro optional | über 70.000 | 5,0 von 5 |
Alle zwölf wurden in den letzten drei Monaten aktualisiert und sind mit WordPress 7.1 getestet.
Damit nichts verloren geht: Backup und Sicherheit
UpdraftPlus
Wenn du nur ein einziges Plugin installierst, dann dieses. Ein Update geht schief, ein Plugin zerschießt die Seite, du löschst aus Versehen die falsche Seite: Mit einer Sicherung ist das nach ein paar Minuten vergessen, ohne Sicherung wird es ein langer Abend.
UpdraftPlus sichert Dateien und Datenbank nach Zeitplan und legt die Kopien dort ab, wo du willst, zum Beispiel in Dropbox, Google Drive oder auf einem FTP-Server. Zurückspielen geht mit einem Klick im Backend. Die kostenlose Version reicht für die meisten Seiten. Die Premium-Version bringt unter anderem Umzüge auf eine andere Domain und weitere Speicherziele.
Wichtig: Leg die Sicherung nie nur auf denselben Server. Brennt der ab oder wird gehackt, ist das Backup gleich mit weg.
Alternative: Viele Hoster sichern selbst jeden Tag. Schau in deinem Kundenbereich nach, ob du dort auch einzelne Tage zurückholen kannst. Wenn ja, ist UpdraftPlus die zweite Absicherung, nicht die einzige.
Wordfence
Wordfence bringt eine Firewall mit, die bekannte Angriffe abfängt, bevor sie WordPress erreichen, dazu einen Scanner, der deine Dateien nach Schadcode durchsucht, und einen Schutz gegen das massenhafte Durchprobieren von Passwörtern. In der kostenlosen Version kommen neue Firewall-Regeln und Scanner-Signaturen 30 Tage später an als bei Premium. Für eine kleine Seite ist das in Ordnung.
Alternative: Wer es schlanker mag, nimmt Limit Login Attempts Reloaded gegen das Passwortraten und Two Factor für die Anmeldung in zwei Schritten. Kadence Security, früher iThemes Security und danach Solid Security, deckt ähnliche Aufgaben ab wie Wordfence. Installier aber nur eines davon.
Recht und Ruhe: Spam und Cookies
Antispam Bee
Sobald deine Kommentare offen sind, kommt der Spam. Antispam Bee hält ihn auf, ohne die Kommentare an einen fremden Dienst zu schicken. Das Plugin kommt vom Pluginkollektiv aus Deutschland, ist komplett kostenlos und braucht weder Konto noch API-Schlüssel. Installieren, kurz durch die Einstellungen klicken, fertig.
Wenn du gar keine Kommentare willst, kannst du dir das Plugin sparen. Schalte die Kommentare dann unter „Einstellungen“ → „Diskussion“ ab.
Real Cookie Banner
Hier zuerst die gute Nachricht: Nicht jede Seite braucht ein Cookie-Banner. Eine Einwilligung musst du erst einholen, wenn deine Seite Cookies oder ähnliche Speicher setzt, die nicht unbedingt nötig sind, oder Inhalte von fremden Servern lädt. Typische Kandidaten sind eingebettete YouTube-Videos, Google Maps, Google Fonts vom Google-Server und Statistik-Tools mit Cookies. In Deutschland regelt das § 25 TDDDG, dazu kommt die DSGVO.
Wenn du so etwas nutzt, ist Real Cookie Banner eine gute Wahl. Der Hersteller devowl.io sitzt in Deutschland, und das Plugin erkennt viele Dienste von selbst und bringt fertige Vorlagen mit. Die kostenlose Version reicht für einfache Seiten, die Pro-Version bringt deutlich mehr fertige Vorlagen für Dienste mit.
Alternative: Complianz, ebenfalls mit kostenloser Grundversion.
Das hier ist übrigens keine Rechtsberatung. Wenn du mit deiner Seite Geld verdienst, lass Impressum, Datenschutzerklärung und Banner einmal von jemandem prüfen, der das beruflich macht.
Gefunden werden: SEO und Weiterleitungen
Yoast SEO
Ein SEO-Plugin schreibt dir keine guten Texte. Es kümmert sich um das Drumherum: Seitentitel und Beschreibung für Google, eine XML-Sitemap, saubere Angaben für Social Media, und es zeigt an, wenn du eine Seite aus Versehen für Suchmaschinen gesperrt hast. Yoast SEO läuft auf mehr als zehn Millionen Seiten und ist für Einsteiger angenehm erklärt. Premium bringt unter anderem einen Manager für Weiterleitungen und Vorschläge für interne Links.
Alternative: Rank Math kann schon in der kostenlosen Version mehr, ist dafür aber auch voller. Beide sind gut. Entscheide dich für eines und bleib dabei, denn ein späterer Wechsel macht Arbeit.
Redirection
Irgendwann änderst du eine Adresse. Ohne Weiterleitung landen Besucher und Google auf einer Fehlerseite, und die alte Seite verliert alles, was sie sich in der Suche erarbeitet hat. Redirection legt 301-Weiterleitungen in einer übersichtlichen Liste an und protokolliert, welche Adressen ins Leere laufen. So findest du kaputte Links, bevor sie jemandem auffallen.
Wenn du Yoast Premium oder Rank Math nutzt, hast du schon eine Weiterleitungsverwaltung an Bord. Dann brauchst du Redirection nicht zusätzlich.
Kontakt, der auch ankommt: Formulare und E-Mails
WPForms Lite
Mit WPForms baust du dein Kontaktformular per Ziehen und Ablegen zusammen, ohne Code. Für ein normales Kontaktformular reicht die Lite-Version. Die Bezahlversionen brauchst du erst für Dinge wie Datei-Uploads oder mehrseitige Formulare.
Alternativen: Fluent Forms ist eine schlanke Alternative mit kostenloser Grundversion. Contact Form 7 läuft auf über zehn Millionen Seiten, ist aber sehr nüchtern: Du schreibst die Felder als kurze Codes statt sie zusammenzuklicken.
WP Mail SMTP
Das Plugin, das niemand auf dem Schirm hat, bis die erste Anfrage verschwindet. WordPress verschickt E-Mails standardmäßig über die PHP-Funktion des Servers, und genau solche Mails landen gern im Spam oder kommen gar nicht an. Das betrifft Formular-Benachrichtigungen, Passwort-Links und Bestellbestätigungen.
WP Mail SMTP schickt die Mails stattdessen über ein richtiges Postfach oder einen Versanddienst. Du trägst die Zugangsdaten deines Mail-Anbieters ein, schickst eine Test-Mail, fertig. Die Pro-Version protokolliert zusätzlich jede verschickte Mail.
Tempo: Cache und Bilder
Erst den Hoster fragen
Bevor du ein Cache-Plugin installierst, schau, was dein Hoster schon macht. Viele haben einen eigenen Cache, manche bringen dafür sogar ein eigenes Plugin mit. Zwei Caches übereinander bringen nichts außer Fehlern, die schwer zu finden sind.
WP Super Cache oder LiteSpeed Cache
Läuft deine Seite auf einem Server mit LiteSpeed, nimm LiteSpeed Cache. Den Seiten-Cache des Plugins gibt es nur dort, und er ist sehr schnell. Auf allen anderen Servern ist WP Super Cache von Automattic, der Firma hinter WordPress.com, eine solide und kostenlose Wahl: Das Plugin speichert fertige Seiten und liefert sie aus, ohne WordPress jedes Mal neu zu rechnen.
Wer mehr will und Geld ausgeben mag, schaut sich WP Rocket an (rund 50 Euro im Jahr für eine Seite). Das Plugin gibt es nur in der Bezahlversion, dafür ist es fast ohne Einstellungen schnell.
Converter for Media
Bilder sind auf den meisten Seiten der dickste Brocken. Converter for Media wandelt deine JPG- und PNG-Dateien in das deutlich kleinere WebP-Format um und liefert sie automatisch an Browser aus, die damit umgehen können. Das sind heute praktisch alle. Die Originale bleiben dabei unangetastet.
Alternative: EWWW Image Optimizer komprimiert die Bilder zusätzlich, und zwar direkt auf deinem Server.
Arbeit sparen: Kopieren und Statistik
Yoast Duplicate Post
Klingt banal, spart aber jede Woche Zeit. Mit einem Klick kopierst du eine Seite oder einen Beitrag mitsamt Einstellungen und baust auf der Kopie weiter, statt bei null anzufangen. Praktisch auch, um eine Änderung erst an einer Kopie auszuprobieren.
Koko Analytics
Du willst wissen, welche Seiten gelesen werden, aber keine Cookies setzen und keine Daten an Google schicken? Koko Analytics zählt Aufrufe, Besucher und Herkunft direkt in deiner eigenen Datenbank, ohne Cookies und ohne fremden Server. Für die meisten kleinen Seiten reicht das völlig. Die Pro-Version für 59 Euro im Jahr bringt zusätzliche Auswertungen.
Alternative: WP Statistics arbeitet ähnlich, zeigt mehr Details und ist entsprechend umfangreicher.
Was du dir sparen kannst
- Alles-in-einem-Pakete, die gleichzeitig Cache, Sicherheit, SEO und Backup versprechen. Meistens macht so ein Paket alles ein bisschen und nichts richtig.
- Doppelte Helfer: zwei SEO-Plugins, zwei Caches, zwei Sicherheits-Plugins. Wenn du wechselst, deinstallier das alte Plugin richtig.
- Teilen-Knöpfe, die Skripte von Facebook und Co. laden. Die bremsen deine Seite und brauchen eine Einwilligung. Einfache Links tun es auch.
- Deaktivierte Plugins, die nur herumliegen. Was du nicht nutzt, löschst du. Auch ein deaktiviertes Plugin liegt als Code auf dem Server.
Und bei den Bezahlversionen: aufs zweite Jahr achten
Fast alle Plugins hier gibt es kostenlos, und für den Start reicht das. Wenn du doch zur Bezahlversion greifst, schau genau auf den Preis fürs zweite Jahr. Viele Hersteller werben mit einem Einführungspreis: WPForms Basic kostet im ersten Jahr 49,50 US-Dollar, danach 99. Bei WP Mail SMTP Pro ist es genauso, 49 statt 99 US-Dollar. Die meisten Lizenzen gelten pro Jahr und verlängern sich automatisch.
Meine Faustregel: Erst bezahlen, wenn dir eine bestimmte Funktion fehlt, nicht weil der Rabatt gerade so schön ist.
Zur Einordnung: Auf wp-simpel.de selbst laufen unter anderem Antispam Bee, Wordfence, WP Mail SMTP, Yoast SEO und Yoast Duplicate Post. Also nichts Exotisches, sondern genau die Grundausstattung.
Fazit
Wenn du heute anfängst, installier zuerst UpdraftPlus und richte die Sicherung ein. Danach kommen Wordfence, Antispam Bee und WP Mail SMTP. Alles andere ergänzt du, wenn du es brauchst: ein Formular, sobald du eins einbaust, ein Cookie-Banner, sobald du fremde Dienste einbindest, und ein Cache-Plugin, wenn dein Hoster keinen Cache hat.
Weniger Plugins heißt weniger Updates, weniger Konflikte und weniger Angriffsfläche. Und mehr Zeit für das, worum es eigentlich geht: deine Inhalte.