Programmieren, Datenanalyse, KI, IT-Sicherheit: Wer Tech-Wissen online lernen will, hat die Qual der Wahl. Es gibt kostenlose Plattformen, Abos mit Tausenden Kursen und Anbieter, die Zertifikate von Universitäten verkaufen. Welche davon taugt für dich, hängt davon ab, was du erreichen willst und wie viel Geld du ausgeben möchtest.
Ich stelle hier sechs Plattformen vor, die für Tech-Themen bekannt sind, mit ihren Preismodellen, Stärken und Schwächen und einer klaren Empfehlung, für wen was passt. Eine Liste mit 50 Namen hilft dir nicht weiter, sechs gut erklärte schon eher.
Kurz zur Quelle: Preise und Angebote stammen von den Seiten der Anbieter, Stand Oktober 2026. Ich habe die Plattformen nicht selbst durchgearbeitet; das hier ist eine Auswertung der Herstellerangaben, keine Kursbewertung. Preise nennen die Seiten teils in US-Dollar, in Euro kann es anders aussehen.
Die sechs im Überblick
| Plattform | Kosten | Gut für |
|---|---|---|
| freeCodeCamp | kostenlos | Programmieren lernen mit Projekten |
| openHPI | kostenlos | IT-Grundlagen, KI und Sicherheit auf Uni-Niveau |
| Codecademy | Basic gratis, Plus ab 14,99 US-Dollar pro Monat (Jahreszahlung) | Einstieg in Sprachen direkt im Browser |
| Udemy | einzelne Kurse ab 19,99 US-Dollar oder Abo ab 13 US-Dollar pro Monat | viele Themen, einmal kaufen |
| Coursera | Plus 59 US-Dollar pro Monat (US-Angabe) | Zertifikate von Hochschulen und Firmen |
| edX | Registrierung kostenlos, Zertifikate kosten extra | Hochschulkurse und Abschlüsse |
Kostenlos: freeCodeCamp und openHPI
freeCodeCamp
freeCodeCamp ist eine gemeinnützige Organisation und bietet Programmierung, DevOps, Cybersecurity und KI-Engineering komplett kostenlos an. Du lernst projektbasiert im Browser, im Code-Editor oder in der App und bekommst kostenlose, überprüfbare Zertifikate. Es ist ein Angebot zum Selbermachen: Wenn dir ein Dozent oder feste Termine fehlen, wirst du Disziplin brauchen. Der Hauptteil ist auf Englisch.
Passt zu: Einsteigern mit Selbstdisziplin und knappem Budget.
openHPI
openHPI ist die Lernplattform des Hasso-Plattner-Instituts. Sie ist laut Betreiber kostenlos, bietet mehr als 120 Kurse und nennt über 400.000 Lernende. Die Themen reichen von Python-Grundlagen über Cybersicherheit bis KI-Ethik und Studienvorbereitung. Viele Kurse starten laut Betreiber bei null und erfordern kein Vorwissen.
Passt zu: Schülern, Studierenden und Quereinsteigern, die fundierte Grundlagen wollen.
Interaktiv: Codecademy
Bei Codecademy schreibst du Code direkt im Browser und bekommst sofort Rückmeldung. Der Basic-Tarif ist dauerhaft kostenlos. Plus kostet 14,99 US-Dollar pro Monat bei Jahreszahlung oder 29,99 US-Dollar bei monatlicher Zahlung, Pro 19,99 beziehungsweise 39,99 US-Dollar. Beide bezahlten Tarife bieten eine Testphase.
Der Vorteil: Du musst nichts installieren und kommst schnell ins Tun. Der Nachteil: Wer später echte Projekte auf dem eigenen Rechner baut, muss den Schritt vom Browser-Editor zur eigenen Entwicklungsumgebung noch machen.
Passt zu: allen, die lieber ausprobieren als zuschauen.
Große Kursmärkte: Udemy und Coursera
Udemy
Udemy bietet laut Hersteller über 28.000 Kurse im Personal Plan an, der ab 13 US-Dollar im Monat startet. Einzelne Kurse kosten in den USA zwischen 19,99 und 199,99 US-Dollar einmalig. Das ist ein wichtiger Unterschied: Beim Einzelkauf behältst du den Zugriff laut Udemy dauerhaft, im Abo nur, solange du zahlst. Die Qualität schwankt, weil jeder Kurse einstellen kann. Lies Bewertungen und Inhaltsübersichten, bevor du kaufst. Die Seite gibt es auch auf Deutsch.
Coursera
Coursera arbeitet mit Hochschulen und Unternehmen zusammen und vergibt Zertifikate. Coursera Plus kostet laut US-Seite 59 US-Dollar pro Monat, einzelne Programme 49 bis 79 US-Dollar monatlich. Seit dem 11. Mai 2026 gehört Udemy zu Coursera: Das steht im Quartalsbericht von Coursera. Ob und wann sich Preise und Angebote angleichen, steht dort nicht. Prüfe deshalb vor einem Jahresabo, was aktuell auf den Seiten steht.
Passt zu: Udemy für gezielte Einzelthemen, Coursera für alle, die ein Zertifikat einer Hochschule für den Lebenslauf wollen.
Hochschulnah: edX
edX vermittelt Online-Kurse, Zertifikate und Abschlüsse von Hochschulen. Die Registrierung ist kostenlos. Auf der Seite gibt es eine Anleitung, wie du Kurse ohne Zertifikat „auditierst“, ob das für deinen Wunschkurs möglich ist, steht auf der jeweiligen Kursseite. Rechne mit englischen Kursen.
Passt zu: Lernenden, die hochschulnahe Kurse suchen und Zertifikate bewusst einplanen.
So wählst du
- Du willst nichts ausgeben: freeCodeCamp oder openHPI.
- Du willst schnell loslegen: Codecademy im Gratis-Tarif.
- Du brauchst ein bestimmtes Thema, etwa ein Framework: ein Einzelkurs bei Udemy.
- Du willst ein Zertifikat für Bewerbungen: Coursera oder edX, aber prüfe vor dem Kauf, was das Zertifikat kostet und was dir der Name auf dem Papier bringt.
Meine Meinung: Ein Zertifikat ersetzt kein Portfolio. Wer eigene Projekte vorzeigen kann, ist oft überzeugender als jemand mit fünf Teilnahmebescheinigungen. Nutze die Plattform als Trainingslager und baue nebenher etwas Eigenes.
So bleibst du dran
Die meisten Kurse scheitern nicht am Inhalt, sondern am Dranbleiben. Ein paar Dinge, die ich empfehlen würde, unabhängig von der Plattform:
- Nimm dir ein kleines Ziel, zum Beispiel eine eigene Mini-Website oder ein kleines Skript, das dir Arbeit abnimmt. Mit einem Ziel lernst du gezielter als mit „irgendwas mit Python“.
- Plane feste Zeiten ein, auch kurze. Dreimal 30 Minuten pro Woche bringen mehr als ein Marathon im Monat.
- Starte kostenlos. Bevor du ein Abo abschließt, probiere ein bis zwei Kurse auf freeCodeCamp oder openHPI und merke, ob dir das Thema liegt.
- Kündige Abos wieder, wenn du sie nicht nutzt. Das klingt banal, aber Monatsabos laufen weiter, bis du aktiv kündigst.
Häufige Fragen
Reichen kostenlose Plattformen aus?
Für den Einstieg ja. freeCodeCamp und openHPI decken viele Themen ab. Bezahlen musst du, wenn du Betreuung, Zertifikate bestimmter Anbieter oder sehr spezielle Kurse brauchst.
Muss ich Englisch können?
Für die meisten dieser Plattformen hilft es sehr. Udemy hat eine deutsche Oberfläche, die Kursinhalte bleiben aber oft englisch. Prüfe die Sprache bei jedem Kurs.