Kajabi oder Teachable: Welche Plattform passt zu deinem Kurs?

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Kajabi oder Teachable: Welche Plattform passt zu deinem Kurs?

Inhalt

Kajabi und Teachable tauchen in fast jeder Liste für Onlinekurse auf, und auf den ersten Blick wirken sie ähnlich: Videos hochladen, Preis festlegen, Kunden einladen. Der Unterschied liegt im Umfang. Teachable ist eine Kursplattform. Kajabi will dein ganzes Online-Geschäft sein, mit Website, E-Mail-Marketing und Community.

Das spiegelt sich im Preis wider, und für dich als Anbieter in Deutschland kommen noch Umsatzsteuer, Zahlungswege und deutsche Oberfläche dazu. Hier steht, was die Herstellerseiten dazu sagen und für wen ich welche Plattform empfehle.

Kurz zur Quelle: Preise und Funktionen stammen von den Preis- und Hilfeseiten der Anbieter, Stand Oktober 2026. Ich habe beide Plattformen nicht als Kursersteller betrieben, das hier ist ein Vergleich der Herstellerangaben. Alle Beträge sind US-Dollar, in Euro und mit Mehrwertsteuer kann es anders aussehen.

Auf einen Blick

Kajabi Teachable
Einstiegstarif Basic: 179 US-Dollar pro Monat (143 bei Jahreszahlung) Starter: 39 US-Dollar pro Monat (29 bei Jahreszahlung)
Mittlerer Tarif Growth: 249 US-Dollar (199 bei Jahreszahlung) Builder: 89 US-Dollar (69 bei Jahreszahlung)
Großer Tarif Pro: 499 US-Dollar (399 bei Jahreszahlung) Growth: 189 US-Dollar (139 bei Jahreszahlung)
Produkte 5 / 50 / unbegrenzt 5 / 10 / 50
Umsatzanteil für den Anbieter keiner, nur Gebühren des Zahlungsanbieters 7,5 % im Starter, ab Builder 0 %
E-Mail-Marketing, Website, Community eingebaut Kurse und Verkauf im Mittelpunkt
Deutsch automatisch erzeugte Texte Schüleroberfläche

Bei Teachable stehen in jedem Tarif eine 7-tägige Testphase und eine 30-Tage-Garantie auf der Preisseite.

Preis: Der Unterschied ist groß

Kajabi kostet im Einstieg mehr als das Vierfache von Teachable Starter. Das ist kein Vergleich Äpfel mit Äpfeln, denn Kajabi liefert mehr mit. Ein fairer Vergleich setzt Kajabi Basic gegen Teachable Builder: 179 gegen 89 US-Dollar im Monat bei monatlicher Zahlung, bei Jahreszahlung 143 gegen 69.

Zur Gebühr im Teachable-Einstieg eine Rechnung, die ich aus den Preisen abgeleitet habe: Der Starter ist 50 US-Dollar im Monat billiger als der Builder, nimmt aber 7,5 % von jedem Verkauf. Bei rund 667 US-Dollar Umsatz im Monat sind beide Tarife gleich teuer. Verkaufst du mehr, ist der Builder die bessere Wahl.

Bei Kajabi beachten: Auf der Preisseite hängen die Tarife an Grenzen. Der Basic-Tarif erlaubt fünf Produkte, 2.500 Kontakte und zwei Admin-Zugänge. Wer mehr Kontakte hat oder mehr Produkte verkauft, muss hochstufen.

Funktionen: Kurs oder ganzes Geschäft?

Was Kajabi mehr kann

Kajabi bündelt Kurse, Verkaufsseiten, Funnels, E-Mails und Community unter einem Dach. Eine eigene Website, Landingpages und Marketing-E-Mails sind laut Preisseite in jedem Tarif ohne Mengengrenze enthalten, begrenzt wird über Kontakte und Produkte. Wenn du heute Kurs, Newsletter-Tool und Website getrennt bezahlst, kann Kajabi unterm Strich sogar billiger sein.

Was Teachable mehr kann

Teachable ist schlanker und auf den Kurs konzentriert. Alle Tarife bringen laut Preisseite Schüler-Apps für iOS und Android, Upsells und Warenkorb-Erinnerungen mit. Zertifikate, Untertitel und Übersetzungen gibt es erst im Growth-Tarif. Wer nur Kurse verkaufen will, zahlt hier nicht für Funktionen, die er nicht nutzt.

Zahlungen und Umsatzsteuer für Anbieter aus Deutschland

Das ist bei Vergleichen aus den USA meist ein blinder Fleck. Verkaufst du digitale Kurse an Privatkunden in anderen EU-Ländern, kommt ab einer Jahresgrenze von 10.000 Euro Umsatz im EU-Ausland die Umsatzsteuer des Kundenlandes ins Spiel, und die Meldung läuft über das OSS-Verfahren (Bundeszentralamt für Steuern).

  • Teachable nennt auf der Preisseite „globale Zahlungen und Steuern“ als Teil aller Tarife. In älteren Beiträgen schreibt Teachable, dass es die EU-Umsatzsteuer bei Nutzung der eigenen Zahlungswege einzieht und über OSS abführt. Beide Texte sind älter als die heutige Preisseite. Hol dir vor dem Start vom Support eine aktuelle Auskunft, wie das für dich als Anbieter mit Sitz in Deutschland aussieht.
  • Kajabi bietet mit Kajabi Payments ein eigenes Zahlungssystem an, das laut Hilfeseite auch für in Deutschland registrierte Unternehmen verfügbar ist. Zusätzlich gibt es eine Funktion „Kajabi Sales Tax“, für die pro Transaktion eine Gebühr anfällt und die Steuern prüft, berechnet und erfasst. Ob dir das die Meldung abnimmt, geht aus der Gebührenseite nicht hervor. Frag nach.

Bei Drittanbietern wie Stripe oder PayPal verlangt Kajabi je nach Tarif zusätzlich 2 %, 1 % oder 0,5 % (ohne PayPal). Dieser Punkt wird gern übersehen.

Deutsche Oberfläche

Beide Plattformen sprechen Deutsch, aber nur teilweise. Bei Kajabi übersetzt die Spracheinstellung automatisch erzeugte Texte wie Checkout, Kundenkonto und Erfolgsmeldungen. Eigene Textblöcke übersetzt du selbst, und einzelne Begriffe wie „Purchased“, „Granted“, „Offer“ und „Product“ bleiben laut Hilfeseite im Kundenkonto englisch. Teachable bietet Deutsch für die Schüleroberfläche; Checkout-Seiten, E-Mails und ältere Seiten passt du mit eigenem Text an. Für dich selbst bleibt die Bedienung bei beiden englisch.

Was du vor dem Start prüfen solltest

Unabhängig von der Plattform: Bevor du den ersten Kurs verkaufst, geh drei Dinge durch.

  • Widerruf: Bei digitalen Inhalten kann das Widerrufsrecht erlöschen, aber nur unter Bedingungen, etwa einer ausdrücklichen Zustimmung des Kunden im Bestellvorgang (§ 356 BGB). Teste den Checkout und schau, ob er dafür ein passendes Häkchen zulässt oder ob du Text anpassen kannst.
  • Datenschutz: Beide Plattformen verarbeiten die Daten deiner Kunden für dich. Frag nach dem Auftragsverarbeitungsvertrag und danach, wo die Daten liegen, und nimm die Plattform in deine Datenschutzerklärung auf.
  • Testphase nutzen: Lade einen kurzen Probekurs hoch, kaufe ihn selbst mit einer deutschen Zahlungsart und prüfe Rechnung, Mail und Login auf Deutsch. Das dauert einen Nachmittag und zeigt dir mehr als jeder Vergleich.

Meine Empfehlung

  • Nimm Teachable, wenn du mit einem oder zwei Kursen startest, wenig Geld ausgeben willst und deine Kunden einfach nur den Kurs abrufen sollen. Plane gleich den Builder-Tarif ein, sobald die Umsätze steigen.
  • Nimm Kajabi, wenn du bereits Geld mit Online-Angeboten verdienst und Kurse, Newsletter, Verkaufsseiten und Community aus einer Hand willst. Rechne mit mindestens 179 US-Dollar im Monat.
  • Nimm keins von beiden, wenn Umsatzsteuer und Rechnungsstellung dich am meisten nerven. Dann sind deutsche Verkaufsplattformen wie CopeCart (4,9 % + 1 Euro pro Verkauf laut Hilfeseite, tritt als Merchant of Record auf) einen Blick wert, kombiniert mit einem Kursportal.

Häufige Fragen

Ist Kajabi besser als Teachable?

Nicht grundsätzlich. Kajabi kann mehr, kostet aber auch mehr. Für reine Kurse reicht oft Teachable.

Kann ich später wechseln?

Technisch ja, aber Videos, Texte und Kundendaten musst du mitnehmen. Teachable bietet im Enterprise-Tarif Hilfe bei der Migration an. Plane den Umzug möglichst früh, bevor du viele Kunden hast.

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