Du hast Folien, Schulungsunterlagen oder ein PDF-Handbuch und willst daraus einen Online-Kurs mit Quiz machen? Dann ist iSpring Suite eine der bekanntesten Lösungen dafür. Das Programm hängt sich in PowerPoint ein und macht aus Präsentationen interaktive Lernmodule.
Hier bekommst du einen Überblick: was die Software kann, was sie kostet, wo ihre Grenzen liegen und wann du etwas anderes brauchst. Das ist vor allem für dich, wenn du Mitarbeiter schulst, Unterweisungen digital anbieten willst oder Kurse für ein Lernmanagementsystem (LMS) baust.
Kurz zur Quelle: Funktionen und Preise stammen von den Seiten des Herstellers ispringsolutions.com, die Systemvoraussetzungen aus dessen Hilfe-Dokumentation. Stand ist Oktober 2026. Das hier ist ein Überblick nach Herstellerangaben, kein Praxistest.
Was iSpring Suite ist
iSpring Suite ist ein Autorenwerkzeug. Du baust Inhalte in PowerPoint, und iSpring ergänzt die Funktionen, die dort fehlen: Quizfragen, Rollenspiele, Interaktionen, Videolektionen und Bildschirmaufnahmen. Der Hersteller beschreibt es mit dem Satz „Create beautiful, interactive courses inside PowerPoint“. Vorhandene Folien sowie Word- und PDF-Dateien lassen sich weiterverwenden, Vorlagen liefert eine Inhaltsbibliothek mit.
Die Firma gibt an, seit 2001 zu bestehen und mehr als 61.000 Kunden weltweit zu haben. Der erste genannte Standort ist ein US-Büro in Alexandria, Virginia, weitere Büros stehen in Mumbai, Finnland, Shenzhen und Dubai.
Was du damit bauen kannst
- Kurse aus Folien: Du importierst eine Präsentation, vertonst sie oder ergänzt Videos, und fertig ist eine Lektion.
- Tests und Quiz: Fragen mit unterschiedlichen Antwortformen, die sich auswerten lassen.
- Dialog-Simulationen und Rollenspiele: Gespräche mit Verzweigungen, etwa für Beratungs- oder Kundengespräche.
- KI-Hilfen: Laut Hersteller erzeugt ein KI-Assistent Kurstexte, Bilder und Quizfragen, wandelt Text in Sprache um und übersetzt Kurse in mehr als 50 Sprachen.
- Abstimmung im Team: Eine Web-App sammelt Kommentare von Beteiligten an einer Stelle.
Die fertigen Kurse veröffentlichst du als SCORM-1.2- oder SCORM-2004-Paket. Daneben nennt der Hersteller xAPI und cmi5. Mit diesen Formaten laden sie sich in die meisten Lernplattformen hoch und melden Ergebnisse zurück.
Was es kostet
Die Preisseite nennt Jahreslizenzen pro Autor (Stand: Oktober 2026, Preise in Euro, Details und mögliche Steuern auf der Herstellerseite):
| Produkt | Preis pro Autor und Jahr |
|---|---|
| iSpring Suite | 970 € |
| iSpring Suite AI | 1.290 € |
| iSpring Cloud AI | 720 € |
Der Hersteller empfiehlt, vor dem Kauf die 14-tägige Testversion auszuprobieren. Rabatte für Schulen, gemeinnützige Organisationen und Freiberufler gibt es auf Anfrage, größere Stückzahlen laufen über den Vertrieb. Die Seite führt keine Gegenüberstellung der Leistung der drei Pakete auf, deshalb solltest du sie vor dem Kauf auf der Funktionsseite vergleichen.
Die wichtigste Einschränkung: Windows
Laut Hersteller-Dokumentation läuft das Erstellen von Inhalten unter Windows 10 und 11 mit Microsoft PowerPoint (genannt werden die Versionen 2007 bis 2024 sowie 365, jeweils die klassische Desktop-Version, nicht aus dem Windows Store). macOS ist für die Erstellung nicht aufgeführt, nur zum Ansehen der fertigen Kurse, etwa im Safari-Browser ab Version 14.5. Wer mit einem Mac arbeitet, braucht also einen Windows-Rechner oder eine andere Lösung. Prüf das, bevor du eine Lizenz kaufst.
iSpring braucht eine Plattform dazu
iSpring baut den Kurs, hostet ihn aber nicht. Du brauchst einen Ort, an dem Teilnehmer sich anmelden und die Kurse abrufen. Das kann ein LMS sein, das SCORM versteht, oder eine Kursplattform. Für den Verkauf von Kursen an Endkunden sind Teachable, Kajabi oder Thinkific oft die einfachere Wahl, weil sie Zahlung und Mitgliederbereich gleich mitbringen. Hier hilft der Vergleich der Kursplattformen. Wer auf der eigenen WordPress-Seite bleiben will, findet die Abwägung in Kajabi oder LearnDash.
Ob eine bestimmte Plattform iSpring-Pakete direkt aufnimmt, steht in deren Dokumentation. Nimm dir die Zeit und teste das mit einem Probekurs, bevor du ein Jahr bezahlst.
Für wen es sich lohnt
Ich würde iSpring Suite in drei Fällen ernsthaft ansehen:
- Du schulst in einem Unternehmen und hast ohnehin Folien, die du in Lernmodule verwandeln willst.
- Du brauchst Tests mit Auswertung und Nachweisen, zum Beispiel für Pflichtunterweisungen.
- Dein LMS verlangt SCORM- oder xAPI-Pakete.
Weniger passend ist es, wenn du als Einzelkämpfer Videokurse an Privatkunden verkaufst. Dann reichen Aufnahmen und eine Kursplattform meist völlig, und 970 € im Jahr sind viel Geld für Funktionen, die du nicht brauchst.
Auf diese Punkte achten
- Lizenz pro Autor: Der Preis gilt pro Person, die Kurse baut, nicht pro Teilnehmer.
- Daten und Datenschutz: Wenn Teilnehmerdaten in einem Cloud-Dienst landen, brauchst du in Deutschland einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Frag danach, bevor du Kurse mit echten Namen startest.
- Jahreslizenz: Es handelt sich laut Preisseite um Abonnements. Bei Sonderangeboten gekaufte Abos sind nicht erstattungsfähig, nach dem Kauf geht also kein Weg zurück.
- Sprache der Oberfläche: Welche Sprachen das Programm selbst bietet, gibt die Preisseite nicht her. Schau das in der Testversion nach.
Häufige Fragen
Gibt es iSpring Suite für den Mac?
Nach der Hersteller-Dokumentation läuft die Erstellung nur unter Windows 10 und 11 mit PowerPoint. Fertige Kurse lassen sich auf dem Mac ansehen.
Kann ich damit direkt Kurse verkaufen?
Nein. iSpring erzeugt die Lerninhalte. Zahlung, Anmeldung und Hosting übernimmt eine Plattform oder ein LMS.
Gibt es eine Testversion?
Der Hersteller empfiehlt eine 14-tägige Testphase vor dem Kauf. Die Bedingungen stehen auf der Preisseite.