Ein Onlineshop stellt andere Anforderungen an den Server als ein Blog. Jeder Warenkorb, jede Suche und jeder Bezahlvorgang rechnet auf dem Server, und gegen Cache lässt sich das nur begrenzt abfangen. Ein zu schwaches Paket merkst du genau dann, wenn viele kaufen wollen.
Hier geht es um zwei Wege: einen Shop selbst auf WordPress mit WooCommerce zu betreiben und dafür das passende Hosting zu mieten, oder gleich ein Shopsystem zu nehmen, in dem das Hosting inklusive ist. Ich nenne dir Anbieter, die bei Kunden in Deutschland üblich sind, und sage dir, worauf du achten musst.
Kurz zur Quelle: Preise und Angaben stammen von den Herstellerseiten, abgerufen am 29. Oktober 2026. Aktionspreise gelten oft nur beim ersten Vertrag. Stand: Oktober 2026.
Was ein Shop vom Hosting verlangt
- Leistung statt Speicherplatz. Entscheidend sind Prozessorleistung, Arbeitsspeicher und ein schneller Datenbank-Zugriff. Gigabyte-Zahlen sagen wenig.
- Aktuelle PHP-Version und Cache-Möglichkeiten. WooCommerce läuft nur mit neueren PHP-Versionen gut.
- Tägliche Sicherungen, die du selbst zurückspielen kannst. Bestellungen dürfen nicht verloren gehen.
- SSL-Zertifikat, denn ohne Verschlüsselung läuft keine Kasse.
- Datenschutz. Du verarbeitest Namen, Adressen und Bestellungen. Du brauchst einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AV-Vertrag) mit deinem Hoster und solltest wissen, wo die Daten liegen.
- Wachstum. Prüf, ob du später ohne Umzug ein stärkeres Paket buchen kannst.
Die Anbieter im Überblick
| Anbieter | Art | Preis laut Anbieter | Standort / Datenschutz |
|---|---|---|---|
| Raidboxes | Managed WordPress | Pro 32,50 € im Monat netto (regulär 65 €), Neukunden-Rabatt 50 % bis 12 Monate | Server in Deutschland, DSGVO-konform laut Anbieter |
| IONOS WordPress-Hosting | Paket mit WooCommerce-Tarif | 10 € für 6 Monate, danach 20 € im Monat | Anbieter wirbt mit Hosting in Deutschland |
| all-inkl.com | klassisches Webhosting | ab 4,95 € im Monat, erster Monat gratis, jederzeit kündbar | eigene Server in Deutschland |
| Hostinger | WooCommerce-Hosting | ab 3,49 € im Monat bei 48 Monaten Vorauszahlung, danach 16,99 € | Standort laut Seite nicht klar |
| Shopify | Shopsystem mit Hosting | Basic 27 € im Monat bei Jahreszahlung, 36 € monatlich | nicht geprüft, AV-Vertrag selbst klären |
Raidboxes: Managed Hosting für ernste Shops
Raidboxes ist auf WordPress spezialisiert. Der Anbieter kümmert sich um Plugin- und Theme-Updates, Backups und Staging, also eine Testkopie deiner Seite. Für Onlineshops empfiehlt der Anbieter mindestens den Tarif „Pro“. Der kostet regulär 65 Euro im Monat zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer. Neukunden erhalten bis zum 30. Dezember 2026 auf den ersten Hostingvertrag für höchstens zwölf Monate 50 Prozent Rabatt, also 32,50 Euro. Das ist deutlich mehr als bei Billigpaketen, dafür sparst du dir Pflegearbeit.
Passt, wenn: Der Shop Geld verdient und du keine Lust hast, dich um Technik zu kümmern.
IONOS: günstiger Einstieg mit WooCommerce-Tarif
Bei IONOS findest du WordPress-Hosting in vier Stufen. WooCommerce-kompatibel ist laut Anbieter erst die vierte mit 100 GB Speicher und einer 5-GB-Datenbank. Sie kostet in der Aktion 10 Euro im Monat für sechs Monate, danach 20 Euro. Die günstigen Stufen darunter haben zwar Auto-Updates und Backups, sind aber nicht für Shops gedacht. Domain, E-Mail und SSL sind laut Anbieter inklusive, außerdem 30 Tage zum Testen.
Passt, wenn: Du klein anfängst und beim Preis flexibel bleiben willst, solange du den Regelpreis einplanst.
all-inkl.com: Hosting aus Deutschland, jederzeit kündbar
All-inkl speichert laut eigenen Angaben alle Daten ausschließlich auf eigenen Servern in Deutschland. Es gibt keine Mindestvertragslaufzeit, der erste Monat ist kostenlos. Danach kosten die Pakete 4,95, 7,95 und 9,95 Euro im Monat. Das Premium-Paket bringt 250 GB Speicher, 50 Datenbanken und SSH-Zugang. Wer die Technik selbst im Griff hat, bekommt hier viel für wenig Geld. Ein spezieller Managed-Dienst für WooCommerce ist es aber nicht, Pflege und Optimierung bleiben deine Aufgabe.
Passt, wenn: Du technisch fit bist, einen kleinen bis mittleren Shop betreibst und flexibel kündigen willst.
Hostinger: günstig, aber lange Bindung
Hostinger bietet WooCommerce-Hosting mit LiteSpeed-Servern und Objekt-Cache. Der Tarif Unlimited kostet beim Aktionspreis 3,49 Euro im Monat, aber nur bei 48 Monaten im Voraus (167,52 Euro auf einmal). Die Verlängerung kostet 16,99 Euro im Monat. Cloud Startup liegt bei 7,99 Euro, verlängert dann bei 23,99 Euro. Mir ist auf der Seite nicht klar geworden, wo die Server stehen. Frag das vor dem Kauf nach, und lies die Angaben zu Speicher und Postfächern genau, denn sie widersprechen sich teilweise.
Passt, wenn: Du bewusst vier Jahre planst und mit dem Standort leben kannst.
Shopify: Hosting gehört dazu
Shopify ist kein Hosting im klassischen Sinn, sondern ein fertiges Shopsystem. Du musst dich weder um Server noch um Updates kümmern. Dafür bist du an das System gebunden. Laut Preisseite kostet der Tarif Basic 27 Euro im Monat bei Jahreszahlung oder 36 Euro bei monatlicher Zahlung, der Tarif Grow 79 beziehungsweise 105 Euro. Neukunden zahlen nach drei Testtagen drei Monate lang 1 Euro im Monat. Dazu kommen Gebühren pro Zahlung: bei Basic 2,1 Prozent plus 0,30 Euro mit Shopify Payments, und 2 Prozent Aufschlag, wenn du einen anderen Zahlungsanbieter nutzt.
Passt, wenn: Du verkaufen willst und keine Technik mit dir herumtragen möchtest.
Und was ist mit Cloud-Servern?
Ein eigener virtueller Server bei einem Anbieter wie Hetzner oder netcup ist für Profis eine Option, weil er viel Leistung fürs Geld bietet. Du musst ihn aber selbst einrichten, absichern und pflegen. Für Einsteiger ist das keine gute Idee. Mehr dazu steht im Artikel über Cloud-Hosting.
Meine Empfehlung
- Du willst es einfach: Shopify, mit klarem Blick auf die Zahlungsgebühren.
- Du willst WooCommerce ohne Technikstress: Raidboxes Pro.
- Du hast ein kleines Budget und etwas Technik-Wissen: all-inkl oder der WooCommerce-Tarif bei IONOS.
- Du weißt, was du tust, und planst langfristig: Hostinger, mit Vorsicht bei der Laufzeit.
Unabhängig vom Anbieter: Teste den Shop vor dem Start mit einer echten Bestellung, und prüf, ob du deine Sicherung wirklich zurückspielen kannst. Impressum, AGB, Widerrufsbelehrung und Datenschutzerklärung sind Pflicht. Das ist keine Rechtsberatung, lass die Texte im Zweifel prüfen.
Häufige Fragen
Reicht normales Webhosting für einen kleinen Shop?
Für wenige Produkte und wenige Bestellungen ja. Wachsen Sortiment und Besucherzahl, wird Leistung wichtiger als Speicherplatz.
Brauche ich einen AV-Vertrag?
Ja, sobald der Hoster personenbezogene Daten deiner Kunden verarbeitet. Die meisten Anbieter stellen ihn im Kundenbereich bereit.
WooCommerce oder Shopify?
WooCommerce gibt dir mehr Kontrolle und läuft auf deinem Hosting. Shopify nimmt dir die Technik ab. Rechne bei beiden die laufenden Kosten durch, nicht nur den Einstiegspreis.