Ecwid oder Shopify: Was passt zu deinem Shop?

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Ecwid oder Shopify: Was passt zu deinem Shop?

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Du willst online verkaufen, aber keinen Shop von Grund auf bauen. Dann landest du schnell bei zwei Namen: Shopify und Ecwid. Beide nehmen dir die Technik ab, beide gibt es als Mietlösung. Trotzdem sind sie grundverschieden.

Shopify ist ein kompletter Shop mit eigener Webseite. Ecwid ist ein Shop, den du in eine Seite einbaust, die schon existiert, zum Beispiel in deine WordPress-Seite. Welcher besser passt, hängt vor allem an der Frage, ob du schon eine Webseite hast.

Kurz zur Quelle: Preise und Funktionen stammen von ecwid.com, shopify.com und help.shopify.com, Stand Oktober 2026. Die Shopify-Preisseite zeigte mir Dollar-Beträge, in Deutschland erscheinen die Preise im Bestellvorgang womöglich in Euro. Prüf den Endpreis selbst, bevor du bestellst.

Der Unterschied in einem Satz

Bei Shopify mietest du eine Shop-Plattform: Bestellungen, Produkte, Kasse und die Seite dazu liegen alle dort. Bei Ecwid mietest du nur den Shop-Teil und hängst ihn an eine Seite, die du schon hast. Ecwid gehört inzwischen zu Lightspeed, auf der Website steht „Ecwid by Lightspeed“. Es lässt sich laut Anbieter „an jede Website“ anhängen oder als eigenständige Seite nutzen.

Für WordPress gibt es dazu ein Plugin im offiziellen Verzeichnis: „Ecwid by Lightspeed Ecommerce Shopping Cart“, aktiv auf über 20.000 Seiten, bewertet mit 4,5 von 5 Sternen und mit WordPress 7.1.4 getestet. Zum Vergleich: WooCommerce läuft auf über 7 Millionen Seiten. Ecwid ist also eher ein Nischenwerkzeug.

Preise im Vergleich

Tarif Monatlich Bei Jahreszahlung pro Monat Produkte
Ecwid Starter 5 € 5 € bis 10
Ecwid Venture 35 € 29 € bis 100
Ecwid Business 65 € 49 € bis 2.500
Ecwid Unlimited 149 € 119 € unbegrenzt
Shopify Basic 39 USD 29 USD nicht begrenzt angegeben
Shopify Grow 105 USD 89 USD nicht begrenzt angegeben
Shopify Advanced 399 USD 359 USD nicht begrenzt angegeben

Stand: Oktober 2026. Die Ecwid-Zahlen stehen auf der Preisseite neben dem Euro-Symbol, ob Steuern enthalten sind, nennt die Seite nicht. Bei Shopify gilt: Auf der Preisseite sah ich US-Dollar. Shopify wirbt außerdem mit „3 Tage kostenlos, dann 1 USD pro Monat für 3 Monate“. Danach gilt der normale Preis.

Ecwid schreibt, dass es auf keinem Tarif Einrichtungs- oder Transaktionsgebühren erhebt. Das heißt nicht, dass du nichts zahlst: Die Gebühren deines Zahlungsanbieters wie PayPal, Stripe oder Square kommen immer dazu.

Was neben der Miete noch kostet

Bei Shopify kommt es auf die Zahlungsart an. Nutzt du Shopify Payments, zahlst du pro Kartenzahlung einen Prozentsatz plus feste Gebühr. Auf der Preisseite sind es im Tarif Basic 2,9 % plus 30 Cent für Standardkarten online, im Tarif Grow 2,7 %, im Tarif Advanced 2,5 %. Für PayPal wird ab 3,49 % plus 49 Cent angegeben. Nutzt du einen fremden Zahlungsanbieter, berechnet Shopify zusätzlich 2 % (Basic), 1 % (Grow) bzw. 0,6 % (Advanced) pro Verkauf. Das sind die Dollar-Angaben der Preisseite, in Deutschland können die Euro-Werte abweichen.

Shopify Payments steht für Händler in Deutschland laut Shopify-Hilfe zur Verfügung, als unterstützte Zahlungsarten nennt die Seite Karten und beschleunigten Checkout sowie „lokale Zahlungsmethoden“, ohne sie aufzuzählen. Ob Klarna, Rechnungskauf oder SEPA dabei sind, prüfst du vor dem Start in deinem Konto, denn gerade Rechnungskauf und Lastschrift sind in Deutschland für viele Kunden wichtig.

Ecwid reicht die Zahlungen an Anbieter wie PayPal, Square und Stripe weiter. Die Gebühren legen die Anbieter fest.

Wo Ecwid die Nase vorn hat

  • Du hast schon eine Seite. Mit dem WordPress-Plugin ergänzt du einen Shop, statt deine Seite umzuziehen. Design und Inhalte bleiben, wo sie sind.
  • Du verkaufst wenig. Der Starter-Tarif für 5 € im Monat reicht für bis zu 10 Produkte, zum Ausprobieren günstiger als jede Shopify-Variante.
  • Keine Transaktionsgebühren von Ecwid, auf allen Tarifen.

Was Ecwid je Tarif kann

Die Tarife unterscheiden sich weniger bei der Technik als bei Produktzahl und Zusatzfunktionen. Laut Preisseite gilt:

  • Starter (5 €): bis 10 Produkte, drei Seiten mit dem „Instant Site“-Baukasten, über 70 Vorlagen, Support per E-Mail.
  • Venture (35 €, jährlich 29 €): bis 100 Produkte plus digitale Produkte, Verkauf über Instagram und Facebook, Live-Chat, automatische Steuerberechnung, Rabattcodes, eigener Checkout und eigene Domain.
  • Business (65 €, jährlich 49 €): bis 2.500 Produkte, Verkauf auf Marktplätzen, Abos, zwei Mitarbeiterkonten, Telefonsupport, Rückholmails für abgebrochene Warenkörbe, mehrsprachiger Shop.
  • Unlimited (149 €, jährlich 119 €): unbegrenzte Produkte, Kassenanbindung für den Laden vor Ort und unbegrenzt Mitarbeiterkonten.

Für einen Shop in Deutschland ist vor allem die Mehrsprachigkeit und die automatische Steuerberechnung interessant. Beides gibt es erst ab Business bzw. Venture. Wie gut die Steuerberechnung die deutschen Regeln trifft, solltest du in der Testphase prüfen, bevor du live gehst.

Wo Shopify die Nase vorn hat

  • Alles in einem. Seite, Warenkorb, Kasse und Auswertungen aus einer Hand.
  • Keine Produktgrenze in der Preistabelle. Bei Ecwid ist bei Business nach 2.500 Produkten Schluss, wer mehr will, braucht Unlimited. Bei Shopify nennt die Preisseite keine solche Grenze je Tarif.
  • Eigener Webauftritt inklusive. Du musst dich um keine zweite Seite kümmern.

Recht und Alltag in Deutschland

Für deutsche Shops gelten besondere Pflichten: Impressum, Widerrufsbelehrung, Preisangaben mit Mehrwertsteuer und Grundpreisen, Datenschutzerklärung. Seit 19. Juni 2026 kommt laut den Industrie- und Handelskammern der Widerrufsbutton dazu (§ 356a BGB). Keiner der beiden Anbieter nimmt dir die Verantwortung dafür ab. Du solltest vor dem Start prüfen, wie sich Rechtstexte und die Pflichtangaben einbauen lassen, und gegebenenfalls einen Dienst wie die IT-Recht Kanzlei oder den Händlerbund dazu nehmen.

Wenn du das deutsche Recht möglichst bequem abdecken willst, ist WooCommerce mit dem Plugin Germanized eine eigene Option. Die Pro-Version kostet laut Hersteller 85 € im Jahr für eine Domain, inklusive Mehrwertsteuer. Auch Shopware oder JTL sind für deutsche Händler eine Überlegung. Einen Überblick findest du in meinem Vergleich der E-Commerce-Plattformen.

Meine Empfehlung

  • Du hast eine WordPress-Seite und willst einzelne Produkte verkaufen: Ecwid oder gleich WooCommerce. Ecwid ist schneller eingerichtet, WooCommerce flexibler.
  • Du startest bei null und willst vor allem verkaufen: Shopify. Du bekommst Shop und Seite in einem Paket.
  • Du brauchst die volle Kontrolle über Rechtstexte, Rechnungen und Rechnungskauf: Schau dir WooCommerce mit Germanized oder deutsche Systeme an.

Häufige Fragen

Gibt es Ecwid noch kostenlos?

Auf der aktuellen Preisseite steht kein kostenloser Tarif mehr, der günstigste ist Starter für 5 € im Monat.

Kann ich von Ecwid zu Shopify wechseln?

Ja, aber sieh dir vorher an, wie du Produkte und Kundendaten exportierst. Rechne mit Nacharbeit bei Bildern und Varianten.

Brauche ich für Shopify ein Impressum?

Ja. Wer in Deutschland gewerblich verkauft, braucht Impressum, Widerrufsbelehrung und Datenschutzerklärung, egal bei welchem Anbieter.

Fazit

Ecwid ist ein Anbau für bestehende Seiten, Shopify ein Haus für sich. Wer schon eine WordPress-Seite pflegt und wenige Produkte hat, fährt mit Ecwid günstiger. Wer einen Shop als Hauptgeschäft aufbaut, kommt bei Shopify zügiger zum Ziel. Rechne bei beiden die Kosten nach dem Probezeitraum durch.

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