SiteGround oder Bluehost: Welcher Hoster passt zu WordPress?

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SiteGround oder Bluehost: Welcher Hoster passt zu WordPress?

Inhalt

Beide Hoster werben damit, dass WordPress bei ihnen ein Kinderspiel ist. Beide locken mit Preisen, die nach ein paar Cent im Monat aussehen. Und beide werden in Vergleichen gern nebeneinandergestellt, obwohl sie für sehr unterschiedliche Leser gebaut sind.

Meine Kurzfassung vorab: Wenn du in Deutschland eine Seite für Besucher aus Deutschland betreibst, ist SiteGround die naheliegendere Wahl. Bluehost ist ein US-Anbieter mit US-Dollar-Preisen und einem Fokus auf den amerikanischen Markt. Warum das so ist und wo Bluehost trotzdem punkten kann, steht hier.

Kurz zur Quelle: Alle Preise und Leistungen stammen von den Webseiten der Anbieter (siteground.com und bluehost.com), Stand Oktober 2026. Beide Seiten zeigten mir die Preise in US-Dollar, bei dir kann die Anzeige abweichen. Prüf den Endpreis im Bestellvorgang.

Die Pakete im Überblick

SiteGround StartUp SiteGround GrowBig Bluehost Starter Bluehost Business
Preis zu Beginn pro Monat 2,99 USD 4,99 USD 3,99 USD 6,99 USD
Preis nach der ersten Laufzeit pro Monat 17,99 USD 29,99 USD 9,99 USD 13,99 USD
Laufzeit des Einführungspreises 12 Monate im Voraus 12 Monate im Voraus 36 Monate 36 Monate
Webseiten 1 unbegrenzt 10 50
Speicher 10 GB 50 GB 10 GB (NVMe-SSD) 50 GB (NVMe-SSD)
Domain im ersten Jahr 1 inklusive 1 inklusive inklusive inklusive

Stand: Oktober 2026. Die Zahlen stehen so auf den Herstellerseiten, Mehrwertsteuer ist dort nicht eingerechnet.

Der Preis, der zählt, steht in der rechten Spalte

SiteGround ist im ersten Jahr verführerisch günstig und danach ein Schock: Aus 2,99 US-Dollar werden bei StartUp 17,99, aus 4,99 bei GrowBig 29,99. Das ist keine Fußnote, sondern das Geschäftsmodell. Wer das nicht einplant, zahlt nach zwölf Monaten das Sechsfache.

Bluehost lockt weniger tief, hält den günstigen Preis aber lange: 36 Monate Laufzeit, danach 9,99 bzw. 13,99 US-Dollar im Monat. Auf drei Jahre gerechnet ist Bluehost deutlich billiger. Dafür bindest du dich auch drei Jahre und zahlst im Voraus.

Rechnen wir ein Beispiel mit den einfachen Tarifen, nur die Listenpreise ohne Domain und Steuern. Bluehost Starter über 36 Monate: 36 mal 3,99, also etwa 144 US-Dollar. SiteGround StartUp über 36 Monate: ein Jahr zu 2,99, zwei Jahre zu 17,99, also etwa 468 US-Dollar. Der Unterschied ist groß. Bezahlst du dafür etwas, das sich lohnt? Das klären die nächsten Abschnitte.

Standort, Datenschutz und Rechtliches

Für Seiten in Deutschland ist das der wichtigste Abschnitt. Du brauchst nach der DSGVO einen Auftragsverarbeitungsvertrag (AV-Vertrag) mit deinem Hoster, und der Serverstandort beeinflusst, wie schnell deine Besucher bedient werden und wie sauber die Datenübermittlung ist.

  • SiteGround nennt auf der WordPress-Hosting-Seite elf Rechenzentren, darunter Frankfurt, Paris, Madrid, Eemshaven in den Niederlanden und London. Du kannst also einen Standort in der EU wählen. SiteGround veröffentlicht außerdem eine eigene Vereinbarung zur Auftragsverarbeitung (Data Processing Agreement), die Teil der Nutzungsbedingungen ist. Auf der EU-Seite tritt SiteGround Spain S.L. als Vertragspartner auf.
  • Bluehost gehört zur US-Firma Newfold Digital. Auf der Bluehost-Seite steht „Global Data Centers“, genannt wird nur, dass du bei der Bestellung ein US-Rechenzentrum wählen kannst. Newfold veröffentlicht eine allgemeine Data Processing Addendum zu den Nutzungsbedingungen. Einen klar ausgewiesenen EU-Standort konnte ich auf der Bluehost-Seite nicht finden. Frag vor einer Buchung nach.

Das ist keine Rechtsberatung. Wenn du personenbezogene Daten verarbeitest, etwa durch Kontaktformulare oder einen Shop, lass AV-Vertrag und Datenschutzerklärung prüfen. Nenne dann den Standort in deiner Datenschutzerklärung.

Was du für dein Geld bekommst

SiteGround

Alle drei Tarife enthalten laut Anbieter kostenlose Let’s-Encrypt-Zertifikate, ein Content Delivery Network, E-Mail-Postfächer und tägliche Backups, die bis zu 30 Tage zurückreichen. Ab GrowBig kommt eine Staging-Umgebung für WordPress hinzu, also eine Testkopie deiner Seite, an der du ohne Risiko arbeitest. Der Speicher ist an die Tarife gekoppelt (10, 50 und 100 GB).

Bluehost

Bluehost bietet in den Tarifen deutlich mehr Webseiten: zehn im Starter, 50 im Business. Das passt, wenn du mehrere kleine Projekte hostest. Beim Thema Backups widerspricht sich die Seite: In der Tarifübersicht stehen wöchentliche Sicherungen, in den häufigen Fragen tägliche automatische Sicherungen außerhalb des Servers. Ich würde mich deshalb nicht darauf verlassen und zusätzlich selbst sichern, zum Beispiel mit UpdraftPlus.

Zur Geld-zurück-Garantie: Beide nennen 30 Tage Geld-zurück-Garantie. Bei Bluehost gilt sie laut den häufigen Fragen nicht für monatliche Laufzeiten und nur bei Zahlung mit Kreditkarte.

Bezahlung und Sprache

Bluehost verkauft WordPress-Hosting laut eigener Seite in US-Dollar, die Oberfläche ist englisch. Du zahlst also in einer Fremdwährung und brauchst eine Kreditkarte. Ob deine Bank dafür Gebühren verlangt, fragst du am besten vorher nach. Für Rechnungen mit ausgewiesener deutscher Umsatzsteuer taugt das nicht automatisch, frag das beim Support nach, wenn du sie steuerlich brauchst.

SiteGround hat Seiten für verschiedene Regionen, auch eine für die EU. Wie die Preise bei dir ankommen, siehst du im Bestellvorgang.

Welcher Hoster für wen

  • Du betreibst eine Seite oder einen Shop in Deutschland und willst einen EU-Standort: SiteGround. Die Wahl eines Frankfurter oder europäischen Rechenzentrums und ein veröffentlichter AV-Vertrag sind für deutsche Seiten ein klarer Vorteil.
  • Du hast mehrere kleine Projekte und denkst in drei Jahren: Bluehost Starter oder Business rechnet sich vom Preis her, wenn dir ein US-Anbieter und englischer Support nichts ausmachen und deine Besucher nicht überwiegend aus Deutschland kommen.
  • Du suchst den günstigsten Weg mit deutschem Support und Rechnung in Euro: Dann schau dir lieber deutsche Anbieter wie all-inkl, IONOS oder Raidboxes an. Einige davon vergleiche ich im Artikel über Hosting für Onlineshops.

Häufige Fragen

Ist SiteGround nach dem ersten Jahr zu teuer?

Der Listenpreis steigt von 2,99 auf 17,99 US-Dollar im Monat (StartUp). Wenn du das nicht zahlen willst, plane den Umzug zu einem anderen Hoster schon vor Ablauf des ersten Jahres ein.

Kann ich später wechseln?

Ja, mit einer Sicherung und einem Umzugs-Plugin gelingt das. Prüf aber vorher die Kündigungsfristen, bei Bluehost bist du durch die 36 Monate gebunden.

Reicht der kleinste Tarif für einen Shop?

Für einen kleinen WooCommerce-Shop reicht der Speicher oft. Sieh dir aber an, ob Staging und Backups in deinem Tarif enthalten sind, denn bei einem Shop zählt das.

Fazit

Für eine deutsche Seite ist SiteGround die bessere der beiden Optionen, weil EU-Standort und AV-Vertrag stimmen. Wirklich günstig ist es erst, wenn du die Verlängerung einplanst. Bluehost ist auf Dauer billiger, aber ein US-Anbieter mit Dollar-Preisen und unklarem EU-Standort. Entscheide nicht nach dem Lockpreis, sondern nach dem, was du in Jahr zwei zahlst.

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