Content Curation: Werkzeuge und Regeln für kleine Unternehmen

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Content Curation: Werkzeuge und Regeln für kleine Unternehmen

Inhalt

Content Curation heißt: Du sammelst gute Inhalte anderer, wählst aus, was für deine Leser relevant ist, und ordnest es ein. Der Wert liegt im Auswählen und im Einordnen, nicht im Kopieren. Eine Linkliste mit zehn Artikeln und dem Satz „Das ist für dich interessant, weil …“ hilft Lesern. Dieselben zehn Artikel ungeprüft in einen Feed gekippt helfen niemandem.

Für kleine Unternehmen lohnt sich das, wenn du in deinem Fachgebiet auf dem Laufenden sein willst, Kunden mit einem monatlichen Überblick versorgen möchtest oder deinen Newsletter nicht jedes Mal von null schreiben willst. Dieser Artikel zeigt einen Arbeitsablauf, vier Werkzeuge, ein Plugin mit Warnschild und die rechtlichen Grenzen, die in Deutschland gelten.

Kurz zur Quelle: Preise und Funktionen stammen von den Herstellerseiten, Plugin-Zahlen aus dem Verzeichnis auf wordpress.org, Gesetzestexte von gesetze-im-internet.de. Stand ist Oktober 2026.

Ein Ablauf, der in 30 Minuten pro Woche klappt

  1. Quellen wählen. Zehn bis zwanzig verlässliche Seiten, Blogs und Newsletter reichen. Mehr Quellen heißen mehr Rauschen.
  2. Sammeln. Neue Beiträge landen automatisch in einem Reader, und interessante Funde speicherst du in einer Lesezeichensammlung.
  3. Auswählen. Pro Woche drei bis fünf Beiträge, die wirklich weiterhelfen. Alles andere bleibt liegen.
  4. Einordnen. Zu jedem Fund ein bis zwei eigene Sätze: Was steht drin, für wen ist es wichtig, was sagst du dazu?
  5. Veröffentlichen. Als Beitrag, Linkliste oder Newsletter, immer mit Quellenangabe und Link.

Die Übersicht

Werkzeug Aufgabe Kostenlos?
Feedly Quellen verfolgen Preise auf der Herstellerseite
Inoreader Quellen verfolgen, Regeln und Filter ja, Pro ab 7,50 US-Dollar im Monat
Raindrop.io Funde sammeln ja, Pro optional
WP RSS Aggregator Feeds in WordPress zeigen ja, Zusatzfunktionen optional

Quellen verfolgen: RSS-Reader

Ein RSS-Reader holt neue Beiträge deiner Quellen an einen Ort, ohne dass du zehn Seiten abklappern musst. Die meisten Blogs und viele Nachrichtenseiten bieten einen RSS-Feed an. Das ist nach wie vor der verlässlichste Weg, um eigene Quellen im Blick zu behalten, ganz ohne Algorithmus, der entscheidet, was du siehst.

Feedly

Feedly ist der bekannteste Reader. Du fügst Quellen hinzu, sortierst sie in Ordner und liest alles an einem Platz. Die genauen Tarife und Preise lese ich nicht aus zweiter Hand ab, sie stehen auf feedly.com. Beginn mit dem kostenlosen Tarif und schau, ob du die Grenzen überhaupt erreichst.

Inoreader

Inoreader hat einen kostenlosen Tarif. Die Pro-Version kostet laut Preisseite 7,50 US-Dollar im Monat bei Jahreszahlung oder 9,99 US-Dollar bei monatlicher Zahlung. Pro bringt unter anderem Regeln, die Beiträge nach Eigenschaften automatisch bearbeiten, Newsletter als Quelle und Zugriff über eine Programmierschnittstelle. Wenn du viele Quellen hast und Filter brauchst, etwa „nur Beiträge, in denen ‚WordPress‘ vorkommt“, ist das der stärkere Reader.

Funde sammeln: Raindrop.io

Zwischen „gefunden“ und „veröffentlicht“ liegt oft eine Woche. Dafür brauchst du einen Ort, an dem Funde nicht untergehen. Raindrop.io speichert Lesezeichen in Sammlungen. Der kostenlose Tarif erlaubt laut Hersteller unbegrenzte Lesezeichen, Sammlungen, Markierungen und Geräte, dazu 100 MB Uploads im Monat. Pro ergänzt unter anderem Volltextsuche, Webseiten-Archivierung, Erinnerungen und tägliche Sicherungen. Den Preis nennt die Seite im abgerufenen Text nicht, ihn findest du beim Anbieter.

Und Pocket?

Wenn du in älteren Artikeln auf Pocket als Standardtipp stößt: Mozilla hat den Dienst am 8. Juli 2025 abgeschaltet. Den Export der Daten gab es noch bis zum 8. Oktober 2025. Wenn du noch einen alten Export hast, kannst du ihn bei den meisten Lesezeichendiensten importieren.

Feeds in WordPress: Vorsicht mit dem Autopiloten

WP RSS Aggregator von RebelCode importiert Feeds nach WordPress. Es hat rund 40.000 aktive Installationen, eine Bewertung von 4,5 von 5 bei 565 Stimmen, wurde im September 2026 aktualisiert und ist mit WordPress 7.1 getestet. Im Verzeichnis wirbt es unter anderem mit „Feed to Post“ und „Autoblogging“.

Genau davon rate ich ab, wenn es um fremde Texte geht. Wer fremde Beiträge automatisch als eigene Seiten veröffentlicht, hat zwei Probleme. Rechtlich ist unklar, ob du das darfst (siehe unten). Und inhaltlich bringst du deinen Lesern nichts, das sie nicht beim Original besser finden, und riskierst, bei Google als dünne Seite zu gelten. Sinnvoll ist das Plugin für eine kleine Linkliste in der Seitenleiste, zum Beispiel „Aktuelles aus der Branche“ mit Titel und Link, oder für einen internen Bereich, den nur du siehst.

Was du in Deutschland beachten musst

Das hier ist keine Rechtsberatung, aber diese Eckpunkte solltest du kennen:

  • Links sind unproblematisch. In der Regel darfst du auf andere Seiten verlinken, solange du nicht bewusst auf rechtswidrige Inhalte verweist. Der Link ist die Grundidee von Curation.
  • Zitate haben Regeln. § 51 UrhG erlaubt, ein veröffentlichtes Werk „zum Zweck des Zitats“ zu verwenden, wenn die Nutzung „in ihrem Umfang durch den besonderen Zweck gerechtfertigt ist“. Dein Beitrag muss das Zitat also brauchen, etwa um es zu besprechen. Ein Zitat als Füllmaterial zählt nicht.
  • Presseverlage haben ein eigenes Recht. Nach § 87g Abs. 2 UrhG umfasst dieses Recht nicht die Nutzung „einzelner Wörter oder sehr kurzer Auszüge“ aus einer Presseveröffentlichung. Ganze Absätze sind etwas anderes als Titel und Link.
  • Bilder gehören dem Urheber. Übernimm keine fremden Bilder aus den Beiträgen, die du verlinkst.

Die sicherste Form ist: Titel, Link, ein bis zwei eigene Sätze. Wenn du mit Curation Geld verdienst, lass dein Vorgehen einmal von jemandem prüfen, der sich mit Urheberrecht auskennt.

Fazit

Für den Einstieg brauchst du keine Bezahlsoftware: ein Reader mit Gratis-Tarif, eine Lesezeichensammlung und eine feste halbe Stunde pro Woche. Der Teil, der zählt, passiert in deinem Kopf: auswählen und einordnen. Hol dir die Quellen mit dem Reader, schreib die Einordnung selbst, und verlinke großzügig. So wird aus einer Linkliste ein Angebot, für das Leser wiederkommen.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich kuratieren?

Lieber regelmäßig und klein als selten und groß. Eine wöchentliche oder monatliche Auswahl mit drei bis fünf Funden ist für die meisten Seiten realistisch.

Brauche ich dafür ein bezahltes Werkzeug?

Nein. Reader und Lesezeichendienst haben Gratis-Tarife. Zahl erst, wenn dir eine Funktion fehlt, etwa Regeln für viele Quellen oder die Volltextsuche in deinen Lesezeichen.

Wie finde ich den RSS-Feed einer Seite?

Bei WordPress-Seiten hängst du meist /feed/ an die Adresse. Ob das bei einer bestimmten Seite klappt, probierst du am schnellsten aus. Viele Reader finden den Feed auch selbst, wenn du die normale Adresse einträgst.

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