Für Fotografen gilt auf der eigenen Website eine einfache Regel: Das Theme soll hinter deinen Bildern verschwinden. Schlichte Typografie, viel Platz, schnelle Ladezeiten. Jeder zusätzliche Schnörkel konkurriert mit dem, was du eigentlich zeigen willst.
Hier bekommst du acht Themes, die sich für Portfolio-Seiten eignen, dazu vier Galerie-Plugins und ein paar Hinweise, worauf du bei der Auswahl achten solltest. Zahlen zu Installationen, Bewertungen und Updates stammen aus dem Verzeichnis auf wordpress.org, Funktionen aus den Beschreibungen der Hersteller. Selbst getestet habe ich die Themes nicht, die Einschätzungen sind meine Meinung. Stand: Oktober 2026.
Worauf es bei einem Foto-Theme ankommt
- Ladezeit: Fotos sind groß. Ein Theme, das selbst schon viel lädt, macht es nicht besser.
- Bildformate und Raster: Querformat, Hochformat, Panorama: Das Layout muss mit unterschiedlichen Seitenverhältnissen klarkommen.
- Datenschutz: Themes, die Schriften von Google-Servern nachladen, brauchen in Deutschland eine Einwilligung oder lokal gespeicherte Schriften.
- Galerie: Entweder bringt das Theme eine gute Galerie mit oder du ergänzt ein Plugin. Beides gleichzeitig führt zu Doppelungen.
- Pflege: Ein Theme, das seit zwei Jahren nicht aktualisiert wurde, ist ein Risiko, egal wie schön es aussieht.
Die Themes im Überblick
| Theme | Aktive Installationen | Bewertung | Letztes Update |
|---|---|---|---|
| Astra | über 1 Mio. | 4,9 von 5 (6.549) | 15.10.2026 |
| Twenty Twenty-Five | über 1 Mio. | 4,0 von 5 (14) | 20.05.2026 |
| Kadence | über 500.000 | 4,9 von 5 (455) | 24.07.2026 |
| Blocksy | über 300.000 | 5,0 von 5 (873) | 15.10.2026 |
| Inspiro | über 60.000 | 4,7 von 5 (127) | 08.10.2026 |
| Zakra | über 30.000 | 4,9 von 5 (600) | 16.09.2026 |
| Phlox | über 30.000 | 4,8 von 5 (867) | 01.08.2026 |
| Minimalio | über 2.000 | 5,0 von 5 (87) | 09.09.2026 |
Die Bewertungen sind im Verzeichnis in Prozent angegeben, ich habe sie auf Sterne umgerechnet.
Themes mit Foto-Fokus
Inspiro
Inspiro stammt von WPZOOM und richtet sich laut Beschreibung ausdrücklich an Fotografen, Kreative und visuelle Portfolios. Es bringt über 20 fertige Startseiten für Elementor und den Block-Editor mit und kann Vollbild-Hintergrundvideos von YouTube, Vimeo oder aus der eigenen Mediathek zeigen. Datenschutzfreundlich: Laut Hersteller werden keine externen Google-Schriften geladen. Der Premium-Funktionsumfang ist auf der Herstellerseite beschrieben, Preise findest du dort.
Minimalio
Ein kleiner Geheimtipp: Minimalio ist ein schlichtes, kostenloses Theme für Portfolios und Blogs, im Verzeichnis mit dem Merkmal „Photography“ gekennzeichnet. Laut Beschreibung gab sich der Entwickler besondere Mühe bei Barrierefreiheit. Mit über 2.000 Installationen ist die Gemeinschaft allerdings klein, das heißt: weniger Anleitungen und weniger Erfahrungsberichte als bei den großen Themes.
Phlox
Phlox nennt Fotografie ausdrücklich unter den möglichen Einsatzzwecken, dazu Portfolio-Funktionen, 19 Demo-Seiten zum Importieren und Unterstützung für Elementor. Es ist ein Allrounder, der sich eher für Fotografen eignet, die neben dem Portfolio noch einen Blog oder einen Shop betreiben.
Zakra
Zakra von ThemeGrill bietet laut Beschreibung über 40 kostenlose Demo-Seiten, darunter auch für Fotografie. Wer schnell loslegen und ein vorgefertigtes Design anpassen will, findet hier viel Auswahl.
Allrounder, die sich gut für Fotos eignen
Kadence und Blocksy
Beide arbeiten sauber mit dem Block-Editor und tragen die Kennzeichnung „Accessibility ready“. Mit den Block-Vorlagen bekommst du ein ruhiges Portfolio, ohne dass das Theme sich in den Vordergrund drängt. Blocksy hat im Verzeichnis die beste Bewertung der Liste. Für die Pro-Version „Personal“ nennt der Hersteller 69 US-Dollar pro Jahr oder 199 US-Dollar einmalig, jeweils für eine Website.
Astra
Astra ist das meistgenutzte Theme dieser Liste und vor allem dann sinnvoll, wenn dein Portfolio wachsen soll: mit Blog, Kursen oder einem kleinen Shop für Prints. Als reines Foto-Theme ist es nicht gedacht, aber als solide Grundlage gut geeignet.
Twenty Twenty-Five
Das Standard-Theme von WordPress selbst ist ein Block-Theme. Laut Beschreibung eignet es sich für persönliche Blogs und Portfolios, mit Vorlagen für bildlastige Layouts. Es kostet nichts, läuft auf über einer Million Seiten und wird vom WordPress-Team gepflegt. Die Zahl der Bewertungen ist mit 14 klein, die Note sagt also wenig. Wenn du es minimalistisch magst und selbst im Block-Editor gestaltest, ist es einen Versuch wert.
Galerie-Plugins
Viele Themes lassen dir bei Galerien nur wenige Optionen. Ein Plugin kann helfen. Das sind vier, die im Verzeichnis aktuell gepflegt sind (alle mit WordPress 7.1 getestet):
| Plugin | Aktive Installationen | Bewertung |
|---|---|---|
| NextGEN Gallery | über 300.000 | 4,3 von 5 (4.342) |
| Modula | über 100.000 | 4,7 von 5 (616) |
| Envira Gallery Lite | über 100.000 | 4,7 von 5 (1.596) |
| FooGallery | über 100.000 | 4,8 von 5 (994) |
NextGEN Gallery gibt es seit 2007 und bietet Stapel-Upload und Import von Metadaten, was bei großen Bildmengen Arbeit spart. Modula setzt auf einen Baukasten für freie Raster. FooGallery bringt laut Hersteller sieben kostenlose Layouts mit, darunter Masonry und Justified. Envira wirbt mit schneller Auslieferung und Kunden-Galerien zur Bildauswahl. Welche Funktionen kostenlos sind, lies bitte auf den jeweiligen Seiten nach, das ändert sich öfter.
So bleibt die Seite trotz großer Fotos schnell
- Vor dem Hochladen verkleinern. Eine Datei direkt aus der Kamera mit mehreren Megabyte gehört nicht auf die Startseite. Exportiere eine Webversion in der Größe, in der das Bild wirklich angezeigt wird.
- Nicht alles auf eine Seite. Teile große Serien in einzelne Galerien auf. Die Startseite zeigt dann nur einen Ausschnitt.
- Ein Galerie-Plugin reicht. Mehrere gleichzeitig laden jeweils eigene Skripte und bremsen die Seite.
- Auf dem Handy prüfen. Die meisten Besucher kommen mit dem Telefon. Wenn die Galerie dort ruckelt oder lange lädt, helfen auch die schönsten Vorlagen nichts.
Bilder, Rechte und Datenschutz
Ein Portfolio ist auch eine rechtliche Angelegenheit. Zeigst du Menschen, brauchst du in der Regel deren Einwilligung. Zeigst du Bilder anderer Urheber, brauchst du eine Lizenz. Und schickst du Besucherdaten an Dienste wie Google Fonts oder Karten, gehört das in die Datenschutzerklärung. Das ist keine Rechtsberatung. Wenn du mit den Bildern Geld verdienst, lass Impressum und Datenschutzerklärung einmal von jemandem prüfen, der sich damit auskennt.
Meine Empfehlung
Willst du schnell etwas Fertiges und Schönes, schau dir Inspiro an. Willst du eine ruhige, flexible Grundlage im normalen Editor, nimm Kadence oder Blocksy. Und wenn du dich nicht festlegen magst, probier erst einmal Twenty Twenty-Five aus. Es kostet nichts, und wechseln kannst du später immer noch.
Probiere ein Theme am besten mit deinen eigenen Bildern aus, nicht mit den Beispielfotos der Demo. Erst dann siehst du, ob deine Hochformate, deine Schwarzweißserien und deine Panoramen im Raster so wirken, wie du es dir vorstellst.
Wichtiger als das Theme ist am Ende die Auswahl: Zeig lieber 20 starke Bilder als 200 mittelmäßige. Das Theme wird sie nicht besser machen, aber es sollte sie nicht stören.