Wer einen Podcast startet, denkt zuerst an Mikrofon und Thema, selten an die Website. Dabei ist sie der Ort, an dem Neugierige landen, die deinen Podcast nicht über Apple oder Spotify gefunden haben: mit Episodenseiten, Shownotes, Player und einem Abo-Link. Und ein Text zur Episode lässt sich für eine Suchmaschine viel leichter einordnen als eine reine Audiodatei.
Gute Nachricht: Du brauchst dafür kein eigenes „Podcast-Theme“. Entscheidend sind drei Dinge, die man leicht durcheinanderbringt: wo deine Audiodateien liegen, welches Plugin den Podcast-Feed erzeugt und welches Theme die Seite darstellt. Ich gehe sie der Reihe nach durch. Zahlen stammen aus dem Verzeichnis auf wordpress.org, Funktionen aus den Beschreibungen der Hersteller. Stand: Oktober 2026.
Die drei Bausteine einer Podcast-Website
- Podcast-Hosting: Hier liegen die Audiodateien. Dein Hoster liefert sie aus, wenn Hörer in Apple Podcasts, Spotify oder in deinem Webplayer auf „Play“ drücken.
- Podcast-Plugin: Es legt Episoden als Beitragstyp an und erzeugt den RSS-Feed, den Podcast-Verzeichnisse einlesen.
- Theme: Es sorgt für Aussehen, Lesbarkeit und eine schnelle Seite.
Zum ersten Punkt: Der Hersteller von Seriously Simple Podcasting, die Firma Castos, empfiehlt in der Plugin-Beschreibung, Audiodateien bei einem spezialisierten Podcast-Hoster zu lagern, so wie du auch deine Website bei einem Webhoster liegen hast. Das ist natürlich auch Eigenwerbung, aber der Gedanke ist nachvollziehbar: Audiodateien sind groß, und bei vielen Abrufen auf einmal soll nicht deine Website in die Knie gehen. Verpflichtend ist es laut Hersteller nicht.
Die Plugins im Vergleich
| Plugin | Aktive Installationen | Bewertung | Letztes Update |
|---|---|---|---|
| Seriously Simple Podcasting | über 20.000 | 4,7 von 5 (330) | 19.10.2026 |
| PowerPress (Blubrry) | über 20.000 | 4,6 von 5 (231) | 27.10.2026 |
| Podcast Player | über 10.000 | 4,8 von 5 (113) | 19.10.2026 |
| Podlove Podcast Publisher | über 3.000 | 4,4 von 5 (44) | 14.10.2026 |
Alle vier sind mit WordPress 7.1 getestet.
Seriously Simple Podcasting
Das Plugin von Castos führt dich mit einem Einrichtungsassistenten durch den Start und bringt mehrere Player-Varianten mit. Laut Hersteller ist das Plugin selbst und bleibt kostenlos, Kosten entstehen nur, wenn du bei einem Podcast-Hoster wie Castos hostest. Für Einsteiger ist das der unkomplizierteste Weg.
PowerPress
PowerPress kommt von Blubrry, einem Podcast-Hoster. Das Plugin verwaltet einen oder mehrere Podcasts auf einer Website, bringt Audio- und Videoplayer mit und hat Werkzeuge, um einen bestehenden Podcast von anderen Anbietern wie SoundCloud oder Libsyn zu übernehmen. Ein gutes Plugin, wenn du umziehen willst.
Podlove Podcast Publisher
Das Projekt gibt es nach eigener Angabe seit 2012. Es erzeugt Feeds mit feiner Steuerung, unterstützt mehrere Audioformate und bringt einen eigenen Web-Player mit. Es ist mächtiger und etwas aufwendiger einzurichten. Beachte, dass das Plugin laut Verzeichnis mindestens PHP 8.0 verlangt, das siehst du in deinem Hosting-Konto.
Podcast Player
Dieses Plugin macht etwas anderes: Du gibst die Adresse eines bestehenden Podcast-Feeds an, und es zeigt die Episoden auf deiner Seite mit Player an. Praktisch, wenn dein Podcast bei einem Hoster verwaltet wird und die WordPress-Seite nur anzeigen soll.
Welches Theme passt?
Hier musst du nicht lange suchen. Ein Podcast-Theme sollte vor allem gut lesbare Episodenseiten liefern, den Player nicht stören und auf dem Handy schnell sein. Das schaffen die meisten gepflegten Themes.
| Theme | Aktive Installationen | Bewertung | Letztes Update |
|---|---|---|---|
| Astra | über 1 Mio. | 4,9 von 5 (6.549) | 15.10.2026 |
| Kadence | über 500.000 | 4,9 von 5 (455) | 24.07.2026 |
| Blocksy | über 300.000 | 5,0 von 5 (873) | 15.10.2026 |
| Tracks | über 2.000 | 4,9 von 5 (139) | 27.10.2026 |
| Chosen | über 2.000 | 4,8 von 5 (58) | 27.10.2026 |
| Period | über 1.000 | 4,9 von 5 (39) | 27.10.2026 |
Die Bewertungen im Verzeichnis sind in Prozent angegeben, ich habe sie in Sterne umgerechnet.
Astra, Kadence und Blocksy
Die drei großen Allrounder sind für Podcast-Seiten eine solide Wahl: gepflegt, kostenlos nutzbar, mit Startvorlagen und Unterstützung für die gängigen Baukästen. Welche davon, ist weitgehend Geschmackssache. Wenn du die Seite im normalen Editor baust, passen Kadence und Blocksy gut. Preise der Pro-Versionen findest du auf den Herstellerseiten.
Tracks, Chosen und Period
Alle drei stammen vom selben Entwickler, sind kostenlos und wurden Ende Oktober 2026 aktualisiert. Tracks und Chosen nennen Podcasts in ihrer Beschreibung ausdrücklich als möglichen Einsatzzweck. Period ist dunkel und aufs Lesen ausgelegt und trägt das Merkmal „Accessibility ready“. Alle drei sind schlicht gehalten, was für Podcast-Seiten mit viel Text in den Shownotes ein Vorteil ist. Die Gemeinschaft ist mit je wenigen tausend Installationen allerdings klein.
Ein Theme, das du dir sparen kannst
Im Verzeichnis gibt es ein Theme namens „Podcast“. Es wurde zuletzt im Februar 2024 aktualisiert und hat rund 1.000 Installationen. Wegen der fehlenden Pflege würde ich die Finger davon lassen.
Der Ablauf in fünf Schritten
- Such dir einen Podcast-Hoster aus oder entscheide dich bewusst dagegen und lege die Dateien auf deinem Webspace ab.
- Installiere das Podcast-Plugin und lege deinen Podcast mit Titel, Beschreibung und Titelbild an.
- Lade die erste Episode hoch und schreib die Shownotes dazu.
- Prüfe den erzeugten RSS-Feed und reiche ihn bei den Verzeichnissen ein, auf denen du gefunden werden willst.
- Bau eine Seite mit allen Episoden und eine Seite „Über den Podcast“ und verlinke beide im Menü.
Die genaue Bedienung hängt vom gewählten Plugin ab. Die Anleitungen dazu findest du in der Dokumentation des jeweiligen Herstellers, dort steht auch, wie du den Feed bei Apple Podcasts und Spotify einreichst.
Worauf du bei Episodenseiten achten solltest
- Shownotes als Text: Schreib ein paar Absätze zur Episode, mit Zwischenüberschriften. Das hilft Besuchern und Suchmaschinen.
- Player ganz oben: Wer auf einer Episodenseite landet, will meistens zuerst hören.
- Abo-Links gut sichtbar: Links zu Apple Podcasts, Spotify und Co. gehören in die Kopfzeile oder direkt unter den Player.
- Externe Player prüfen: Bettest du Player von Spotify oder YouTube ein, werden Daten an diese Anbieter übertragen. Das gehört in die Datenschutzerklärung und braucht oft eine Einwilligung. Ein lokaler Player aus dem Plugin ist da unkomplizierter.
Meine Empfehlung
Für den Start: Seriously Simple Podcasting als Plugin, Kadence oder Astra als Theme, Audiodateien bei einem Podcast-Hoster deiner Wahl. Wenn du schon einen Podcast hast und umziehen willst, ist PowerPress mit seinen Import-Werkzeugen eine Überlegung wert. Und wenn du es technisch genau nehmen willst, schau dir Podlove an.
Fang einfach an. Die erste Episode mit fünf ordentlichen Absätzen Shownotes bringt mehr als ein perfekt ausgewähltes Theme ohne Inhalt.