Ein Mitgliederbereich klingt nach einem großen Projekt, besteht aber im Kern aus drei Aufgaben: Besucher registrieren sich oder zahlen, WordPress merkt sich, wer wer ist, und bestimmte Seiten sind nur für bestimmte Mitglieder sichtbar. Alles Weitere, also Kurse, Foren oder Rabattaktionen, ist Zugabe.
Für diese Aufgaben gibt es viele Plugins, kostenlose wie teure. Hier findest du neun, geordnet nach Budget. Zahlen zu Installationen, Bewertungen und Updates stammen aus dem Verzeichnis auf wordpress.org, Funktionen und Preise von den Seiten der Hersteller. Selbst ausprobiert habe ich sie für diesen Text nicht, die Einschätzungen sind meine Meinung. Stand: Oktober 2026.
Erst klären, was du wirklich brauchst
Bevor du Plugins vergleichst, beantworte vier Fragen. Sie entscheiden mehr als jede Funktionsliste:
- Zahlen die Mitglieder? Wenn ja: einmalig oder als Abo? Wiederkehrende Zahlungen sind der Punkt, an dem kostenlose Plugins oft Grenzen haben.
- Wie viele Stufen gibt es? Eine Gruppe „Mitglieder“ ist einfach. Bronze, Silber und Gold mit unterschiedlichen Inhalten sind es nicht mehr.
- Was soll geschützt werden? Einzelne Seiten und Beiträge, ganze Kategorien, Downloads, Videos?
- Welche Zahlungsarten erwarten deine Kunden? In Deutschland sind das häufig Rechnung, PayPal, Karte und SEPA-Lastschrift. Prüfe, ob dein Wunsch-Plugin diese Wege unterstützt oder ob du sie dazukaufen musst.
Die Plugins im Überblick
| Plugin | Installationen | Bewertung | Kosten |
|---|---|---|---|
| Members | über 300.000 | 4,9 von 5 (1.281) | kostenlos |
| Ultimate Member | über 200.000 | 4,4 von 5 (1.445) | kostenlos, kostenpflichtige Erweiterungen |
| WP-Members | über 50.000 | 4,6 von 5 (272) | kostenlos, Erweiterungen |
| User Registration & Membership | über 50.000 | 4,8 von 5 (832) | kostenlos, Pro optional |
| Simple Membership | über 40.000 | 4,6 von 5 (475) | kostenlos |
| Paid Member Subscriptions | über 10.000 | 4,7 von 5 (270) | kostenlos, Pro ab 99 Euro pro Jahr |
| Kadence Memberships | über 8.000 | 3,1 von 5 (100) | kostenlos, Pro-Erweiterungen |
| Paid Memberships Pro | nicht mehr im Verzeichnis | – | kostenlos oder ab 49 US-Dollar pro Monat |
| MemberPress | nicht im Verzeichnis | – | ab 199,50 US-Dollar pro Jahr (Aktionspreis) |
Die Bewertungen sind im Verzeichnis in Prozent angegeben, ich habe sie in Sterne umgerechnet. Alle gelisteten Verzeichnis-Plugins sind mit WordPress 7.1 getestet.
Kostenlos starten
Members: nur Rechte, keine Bezahlung
Members ist streng genommen kein Bezahlsystem. Es gibt dir eine Oberfläche für Rollen und Berechtigungen, mit der du festlegst, wer welche Inhalte sehen darf. Wenn du Zugänge von Hand vergibst, etwa für einen Kundenbereich oder eine geschlossene Gruppe, kann das alles sein, was du brauchst. Für Zahlungen musst du etwas anderes ergänzen.
Simple Membership: der unkomplizierte Klassiker
Laut Beschreibung kannst du beliebig viele Zugangsstufen anlegen, Mitgliedschaften zeitlich begrenzen oder unbefristet vergeben und Beiträge und Seiten direkt im Editor schützen. Bezahlt wird über PayPal, Stripe oder Braintree, einmalig oder per Abo (Abo bei PayPal und Stripe). Wenn du ein überschaubares Projekt hast, ist das ein guter Einstieg.
User Registration & Membership
Dieses Plugin kombiniert einen Formular-Baukasten für Anmeldung und Login mit Mitgliedschaftsplänen. Bezahlt werden kann laut Beschreibung per Stripe, PayPal oder Banküberweisung, einmalig oder als Abo. Fertige Seiten für Registrierung, Login, Konto und Preise werden mitgeliefert. Das spart Einrichtungszeit.
Ultimate Member und WP-Members
Beide konzentrieren sich auf Profile, Registrierung und Zugriffsschutz. Ultimate Member bringt zusätzlich Mitgliederverzeichnisse und Profilseiten mit und eignet sich eher für Communities. Der Hersteller bietet kostenpflichtige Erweiterungen an, die du dazukaufen kannst; schau vor dem Start, ob die Funktionen, die du brauchst, schon im kostenlosen Teil stecken. WP-Members ist schlanker und nennt sich selbst das „ursprüngliche“ WordPress-Mitgliedschafts-Plugin.
Kadence Memberships
Das Plugin wird im Verzeichnis unter der Adresse „restrict-content“ geführt und heißt inzwischen Kadence Memberships. Stripe-Zahlungen sind laut Beschreibung schon in der kostenlosen Version möglich. Die Bewertung ist mit 3,1 von 5 bei 100 Bewertungen die schwächste in dieser Liste. Lies die Rezensionen, bevor du es einsetzt.
Mittleres Budget: Paid Member Subscriptions
Paid Member Subscriptions von Cozmoslabs legt den Schwerpunkt auf wiederkehrende Einnahmen. Die kostenlose Version nimmt laut Beschreibung Zahlungen per PayPal und Stripe an, auch als Abo, und lässt sich mit WooCommerce verbinden. Auf der Herstellerseite beginnt die Pro-Version bei 99 Euro pro Jahr für eine Website. Dort ist auch ein Stripe-Premium-Gateway beschrieben, das laut Hersteller unter anderem SEPA unterstützt. Ob dieses Gateway in deinem Plan enthalten ist, prüfst du vor dem Kauf.
Größeres Budget: Paid Memberships Pro und MemberPress
Paid Memberships Pro
Wichtig, weil es viele Anleitungen im Netz falsch zeigen: Das Plugin wurde laut Hinweis auf wordpress.org am 17. Oktober 2024 auf Wunsch des Autors dauerhaft aus dem Verzeichnis geschlossen. Du lädst es heute auf der Seite des Herstellers. Dort gibt es laut Preisseite eine kostenlose Version und einen Plan „Standard“ mit allen Premium-Erweiterungen für eine Website, der 49 US-Dollar pro Monat oder 499 US-Dollar pro Jahr kostet. Zusätzlich verkauft der Hersteller Hosting für 99 US-Dollar pro Monat, das brauchst du nicht, um das Plugin zu nutzen.
MemberPress
MemberPress ist die Bezahllösung mit dem meisten Rundumpaket: unbegrenzt viele Mitglieder, Mitgliedschaften und Abos in allen Plänen, ein Mitgliederbereich, den Mitglieder selbst verwalten, und Zahlungen über Stripe, PayPal und Offline-Zahlung. Laut Preisseite steht der günstigste Plan „Launch“ aktuell mit 199,50 US-Dollar pro Jahr da, regulär sind es 399 US-Dollar. Achte auf den Aktionshinweis (das Sternchen auf der Preisseite) und darauf, was nach dem ersten Jahr fällig wird. Die Pläne unterscheiden sich vor allem bei den Kurs-Funktionen: Quizze und Aufgaben gibt es laut Preisseite erst ab „Growth“, die Notenübersicht nur im Plan „Scale“.
Und WooCommerce Memberships?
Wenn dein Shop ohnehin mit WooCommerce läuft, ist die Erweiterung WooCommerce Memberships naheliegend. Laut Hersteller sind Mitgliedschaftspläne nicht an einen bestimmten Produkttyp gebunden, du kannst Inhalte nach Zeit freischalten („Drip“), Produkte nur für Mitglieder anbieten und Mitgliedern Versandvorteile geben. Den aktuellen Preis findest du auf woocommerce.com.
Recht und Praxis
Sobald Geld fließt, kommen Pflichten dazu: Allgemeine Geschäftsbedingungen, Widerrufsbelehrung und Datenschutzerklärung. Bei digitalen Inhalten und Abonnements gelten besondere Regeln zum Widerrufsrecht, die du bei § 356 BGB nachlesen kannst. Das ist keine Rechtsberatung. Wenn du mit dem Mitgliederbereich Geld verdienst, lass die Texte einmal prüfen.
Technisch gilt: Teste die Registrierung, die Zahlung und die E-Mails mit einem eigenen Testkonto, bevor du öffnest. Und denk an die Sicherung deiner Seite, denn in der Mitgliederliste steckt Arbeit.
Meine Empfehlung
Eine kleine, kostenlose Mitgliedschaft mit manueller Freischaltung: Members. Erste zahlende Mitglieder mit kleinem Budget: Simple Membership oder User Registration & Membership. Wiederkehrende Zahlungen und Wachstum: Paid Member Subscriptions, Paid Memberships Pro oder MemberPress. Beginne mit der kleinsten Lösung, die zu deinem Angebot passt. Umziehen kannst du später, aber das macht Arbeit, vor allem wenn schon zahlende Mitglieder dabei sind.