„Kostenloses Hosting“ klingt gut, und manchmal ist es das auch. Meistens bezahlst du aber auf andere Weise: mit Werbung auf deiner Seite, mit einer Adresse, die nicht dir gehört, oder mit Grenzen, die dann auffallen, wenn die Seite wächst. Ehrlich gesagt gibt es das komplett sorgenfreie Gratis-Paket nicht.
Dieser Artikel zeigt dir, welche Arten von Gratis-Hosting es gibt, was jeder Anbieter laut eigener Dokumentation erlaubt und für welchen Zweck sich das lohnt. Er richtet sich an dich, wenn du etwas ausprobieren, eine Hobbyseite starten oder eine kleine, statische Seite ohne Budget betreiben willst.
Kurz zur Quelle: Alle Angaben stammen aus den offiziellen Preis- und Hilfeseiten der Anbieter, abgerufen am 29. Oktober 2026. Limits ändern sich oft. Prüf sie vor dem Start noch einmal. Stand: Oktober 2026.
Die vier Arten von Gratis-Hosting
- Gratis-Tarif eines Baukastens oder Systems (zum Beispiel Jimdo, WordPress.com). Du bekommst einen Editor, aber meist Werbung oder eine Subdomain.
- Klassisches Gratis-Webhosting mit PHP und Datenbank (zum Beispiel InfinityFree). Du kannst WordPress installieren, bist aber von der Qualität des Anbieters abhängig.
- Hosting für statische Seiten (GitHub Pages, Cloudflare Pages, Netlify). Schnell und zuverlässig, aber ohne PHP und ohne klassisches WordPress. Du brauchst etwas technisches Verständnis.
- Testmonate bei Bezahl-Hostern. Das ist kein Dauer-Gratis-Hosting, aber ein ehrlicher Weg zum Ausprobieren.
Gratis-Tarife mit Editor
WordPress.com
Bei WordPress.com gibt es einen kostenlosen Tarif. Laut Preisseite bekommst du unbegrenzte Seiten, Beiträge, Benutzer und Besucher. Der Haken steht auf der Seite selbst: Auf kostenlosen Websites sehen deine Besucher Werbung von WordPress.com. Entfernen kannst du sie erst mit dem Tarif „Persönlich“.
Passt für: ein privates Blog zum Ausprobieren.
Jimdo Free
Der kostenlose Tarif von Jimdo erlaubt fünf Seiten und 5 GB Speicher. Du bekommst eine Adresse auf „jimdosite.com“. Laut Anbieter fehlen im Gratis-Tarif unter anderem die Besucherstatistik, die Werbefreiheit und erweiterte SEO-Einstellungen. Eine eigene Domain gibt es erst in den Bezahltarifen.
Passt für: eine kleine Visitenkarten-Seite, die du erst einmal testen willst.
Klassisches Gratis-Webhosting
InfinityFree
InfinityFree bietet laut eigener Seite 5 GB Speicher, unbegrenzten Traffic, PHP 8.4, MySQL oder MariaDB und eine Installationshilfe für über 400 Anwendungen, darunter WordPress. Es gibt keine Werbung auf deiner Seite, kein Ablaufdatum und keine Kreditkartenpflicht. Du kannst eine kostenlose Subdomain nutzen oder eine eigene Domain mitbringen, registrieren kannst du sie dort aber nicht. Wichtig: Deine Seite muss jeden Monat Aufrufe bekommen, sonst bleibt sie nicht aktiv. Wo die Server stehen, verrät die Seite nicht.
Genau das ist für dich als Betreiber in Deutschland der wunde Punkt. Ohne bekannten Standort und ohne Auftragsverarbeitungsvertrag solltest du keine personenbezogenen Daten verarbeiten, also kein Kontaktformular mit echten Anfragen und keine Bestellungen. Für Tests und Übungsseiten ist das Angebot brauchbar.
Passt für: Experimente, Lernprojekte und Testseiten.
Hosting für statische Seiten
Hier liegen keine Datenbank und kein PHP im Spiel, sondern fertige HTML-Dateien. Das ist schnell und sicher, verlangt aber, dass du Seiten selbst baust oder mit einem Generator erzeugst. Für Einsteiger mit WordPress ist das ungeeignet.
GitHub Pages
GitHub Pages hostet statische Seiten direkt aus einem Repository. Die veröffentlichte Seite darf laut GitHub höchstens 1 GB groß sein, es gilt ein weiches Limit von 100 GB Datenverkehr im Monat und von 10 Veröffentlichungen pro Stunde. Wichtig: GitHub schließt Pages als kostenloses Hosting für Onlinegeschäfte ausdrücklich aus, etwa für Seiten, die vor allem Verkäufe abwickeln.
Cloudflare Pages
Auf dem Gratis-Tarif sind laut Cloudflare 500 Builds im Monat, 20.000 Dateien pro Seite und bis zu 100 eigene Domains pro Projekt möglich. Einzelne Dateien dürfen höchstens 25 MiB groß sein.
Netlify
Der Gratis-Tarif „Free“ kostet laut Netlify dauerhaft 0 Dollar und bringt ein Kontingent von 300 Credits. Jede Veröffentlichung kostet 15 Credits, Datenverkehr 20 Credits pro GB. Rechnerisch bleiben also etwa 20 Veröffentlichungen oder 15 GB Traffic. Was beim Überschreiten passiert, geht aus der Preisseite nicht hervor.
Vercel Hobby
Vercels Gratis-Tarif „Hobby“ umfasst unter anderem 100 GB schnelle Datenübertragung und eine Million Anfragen. Er ist laut Hersteller ausschließlich für persönliche, nicht kommerzielle Zwecke gedacht. Für ein Firmen-Webprojekt kommt er damit nicht infrage.
Der ehrliche Preis: Was du dafür aufgibst
| Anbieter | Art | Eigene Domain | Haken |
|---|---|---|---|
| WordPress.com Free | Editor | Details auf der Preisseite | Werbung für Besucher |
| Jimdo Free | Editor | nein, jimdosite.com | 5 Seiten, wenig Funktionen |
| InfinityFree | PHP-Hosting | ja, mitgebracht | Standort unklar, Mindestaufrufe |
| GitHub Pages | statisch | ja | nicht für Onlinegeschäft |
| Cloudflare Pages | statisch | ja | Limits bei Builds und Dateien |
| Netlify Free | statisch | ja | Credits sind schnell verbraucht |
| Vercel Hobby | statisch und mehr | ja | nur nicht kommerziell |
Wann sich Gratis-Hosting nicht lohnt
- Für Firmenseiten. Eine Adresse wie „firma.jimdosite.com“ wirkt unprofessionell. Zudem fehlen meist Statistik, SEO-Einstellungen und Support.
- Bei personenbezogenen Daten. Kontaktformulare, Newsletter oder Shops brauchen einen AV-Vertrag und einen bekannten Standort.
- Bei Seiten, die wachsen sollen. Der Umzug von einem Gratis-Dienst kostet Zeit. Fang lieber gleich mit einer eigenen Domain an.
Eine eigene Domain kostet nicht viel und ist der wichtigste Baustein, den du selbst besitzen solltest. Mit ihr kannst du jederzeit den Anbieter wechseln, ohne dass deine Adresse sich ändert.
Günstige Alternativen mit Testphase
Wer eine echte Seite mit eigener Domain will, kommt mit einem günstigen Paket oft besser weg als mit einem Gratis-Dienst. All-inkl.com gibt den ersten Monat gratis und kostet danach je nach Paket 4,95, 7,95 oder 9,95 Euro im Monat, ohne Mindestlaufzeit. Das Unternehmen speichert laut eigenen Angaben alle Daten auf Servern in Deutschland. IONOS bietet bei seinem WordPress-Hosting 30 Tage zum Testen. Das ist kein Dauer-Gratis-Hosting, aber ein fairer Weg, ohne Risiko zu starten.
Meine Empfehlung
- Du willst nur ausprobieren: InfinityFree oder WordPress.com Free, ohne echte Kundendaten.
- Du kannst etwas Technik: Cloudflare Pages oder GitHub Pages für eine statische Seite.
- Du willst eine echte Seite für Menschen: Zahl die paar Euro im Monat für ein Paket mit eigener Domain und Datenschutz.
Häufige Fragen
Gibt es wirklich kostenloses WordPress-Hosting?
Ja, mit WordPress.com Free und bei Anbietern wie InfinityFree. Beide haben Einschränkungen, die oben stehen.
Darf ich mit Gratis-Hosting Geld verdienen?
Das hängt von den Regeln des Anbieters ab. GitHub Pages schließt Onlinegeschäfte aus, Vercel Hobby ist nur nicht kommerziell. Lies die Nutzungsbedingungen.
Kann ich später umziehen?
Ja, wenn du eine eigene Domain nutzt. Inhalte lassen sich meist exportieren, das Design baust du bei einem Wechsel des Systems neu.